Gadebuscher zu Gast beim Bürgerfest in Berlin : Von Breesen nach Bellevue

Erwin Poweleit im Breesener Agrarmuseum, das  vor 25 Jahren eröffnet wurde. Ein Jahr zuvor hatten die Arbeiten dafür begonnen.Michael Schmidt
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Erwin Poweleit im Breesener Agrarmuseum, das vor 25 Jahren eröffnet wurde. Ein Jahr zuvor hatten die Arbeiten dafür begonnen.Michael Schmidt

Erwin Poweleit aus dem Agrarmuseum in Gadebusch ist für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Bundespräsident Joachim Gauck bat ihn zum Bürgerfest nach Berlin.

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26. September 2012, 10:22 Uhr

Breesen | Wo Verdienstorden verliehen, Staatsmänner empfangen und Gesetze zur Eurorettung unterzeichnet werden - dort schossen dem Gadebuscher Erwin Poweleit Tränen der Rührung in die Augen. Denn der 77-Jährige war zu Besuch beim Bundespräsidenten Joachim Gauck. Das Staatsoberhaupt hatte 4000 Gäste zum Bürgerfest im Park von Schloss Bellevue eingeladen. Es war eine Auszeichnung für das ehrenamtliche Engagement, das die Besucher seit Jahren zwischen Ostsee und Allgäu leisten.

Wie Poweleits Name auf die Gästeliste kam, weiß der ehrenamtliche Geschäftsführer des Agrarmuseums Breesen bis heute nicht. Er wurde jedenfalls stumm wie ein Fisch, als er Zuhause in Gadebusch einen Briefumschlag des Bundespräsidialamtes in seinen Händen hielt. "Meine Frau machte sich Sorgen, weil ich plötzlich nichts mehr sagte. Sie dachte, es wäre etwas Schlimmes passiert", beschreibt Poweleit die Situation. Erst Minuten später übermannte ihn die Freude. Und wenige Tage darauf stand er auf dem roten Teppich von Schloss Bellevue - seine Frau mit dem Kosenamen "Traudi" hielt den Moment mit dem Fotoapparat fest.

Für den Empfang im Amtssitz des Bundespräsidenten hatte Erwin Poweleit eigens den goldenen Hochzeits-Urlaub auf Usedom um zwei Tage verschoben. "Ich bin nämlich seit 50 Jahren mit meiner Traudi verheiratet, na ja und 26 Jahre irgendwie auch mit dem Museum", sagt der Gadebuscher.

Mit dem Museum ist das Agrarmuseum in Breesen gemeint. Zusammen mit dem bereits verstorben Siegfried Krüger und weiteren Helfern baute Poweleit die bis heute bestehende Einrichtung auf. Tagsüber arbeitete er als Hauptbuchhalter in Roggendorf, abends im Museum. Museums-Mitstreiter wie Brunhild Greitzke sagen über ihn: "Er ist aus dem selben Holz geschnitzt wie ich, immer engagiert für den Verein."

In der Region genießt das Agrarmuseum mit seiner Bauernstube einen guten Ruf. Pro Jahr kommen 8000 bis 10 000 Besucher nach Breesen. Hier finden sie nahezu alles, was mit Landwirtschaft und Landleben zu tun hat. Das Besondere: Fast alle der 3223 Ausstellungsstücke wurden gesponsert, nur wenige wurden in der Anfangsphase des Museums gekauft. Neu hinzu kamen aktuell Fangeisen, Grubber, eine Holzwasserwaage aus Eichenholz und ein Häufelpflug. "Was mir noch fehlt, sind vier Holzräder mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern", sagt Poweleit. Diese sollen an einen gedrechselten Leiterwagen gebaut werden. Der Wagen befand sich zuletzt gut verpackt in einer Lagerhalle in Roggendorf.

Derzeit bereitet sich das Breesener Museumsteam auf das 25-jährige Bestehen der Einrichtung bevor. Das Jubiläum soll am 6. und 7. Oktober mit Knobeln für alle, Blasmusik, Tombola, Schauspinnen und Museumsführungen gefeiert werden. An beiden Tagen ist das Museum zwischen 13 und 18 Uhr geöffnet.

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