Rosenow : Von Bienen und Bauern

Miteinander reden statt übereinander: Das Motto, das Imker Alwin Leistikow (li.) und Bauer Jörg Hase pflegen.
Miteinander reden statt übereinander: Das Motto, das Imker Alwin Leistikow (li.) und Bauer Jörg Hase pflegen.

Kreisbauernverband NWM sichert seine Unterstützung für die Imker in Gadebusch Landwirte haben weniger Geld für Umwelt

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29. Juli 2019, 05:00 Uhr

Summ, summ, summ, Bienchen summ herum – so soll es auch zukünftig in Gadebusch und Umgebung sein. Darauf haben sich beim Sommerfest in Rosenow der Imkerverein Gadebusch und der Kreisbauernverband verständigt. Dessen Vorsitzender, Jörg Hase, sprach von der guten Kooperation, die die Bienenzüchter und die Landwirte seit nunmehr sieben Jahren pflegen.

Das Sterben der Bienen ist seit Jahren im Bewusstsein der Menschen und der Medien. Darum kamen Bauern und Imker an einen Tisch. „Wir sind angesichts dieser Thematik unabhängig voneinander aufeinander zugegangen“, sagte der Vereinsvorsitzende des Gadebuscher Imkervereins, Alwin Leistikow. Schließlich könne sich gegenseitig unterstützt werden. Das Motto des 68-Jährigen vertrat dieser auch auf der Versammlung der gut 40 Imker: „Wir sollten miteinander reden anstatt übereinander.“

Dem schließt sich auch Jörg Hase an. Der Pokrenter empfiehlt, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen. Imker können den Bauer zum Beispiel Saatgut zur Verfügung stellen, der Bauer bringt es dann an geeigneter Stelle in den Boden. „Sprechen Sie die Landwirte auch auf Investitionen zum Bienenschutz an. Das kann zwar erst einmal auf Ablehnung stoßen, vielleicht später aber fruchten.“ Allerdings sei zu bedenken, dass die aktuelle Landwirtschaftspolitik der Europäischen Union den Bauern den finanziellen Spielraum zusehends beschneidet. „Durch den Wegfall Großbritanniens und die geplanten höheren Verteidigungsausgaben werden die Umweltmittel sinken“, mahnt der Bauer.

Die Verantwortung liegt nicht ausschließlich bei den Landwirten, so der Imker. „Jeder Anwohner kann etwas dazu beitragen und seinen Rasen nicht jede Woche zu einem englischen Rasen mähen.“ Ganze Gemeinden können sich sogar als „bienenfreundlichste Gemeinde“ bewerben. Als Vorbild dafür dient den Bienenfreunden der Imkerverein Prof. Dr. Friese aus Schwerin. Mit ihm pflegen die Gadebuscher eine Partnerschaft und dessen Vorsitzender, Detlef Bolte, wirbt für das Leben mit der Biene. „Bauern, Imker, Landwirtschaftsministerium – alle an einen Tisch bringen. Bienenfreundliche Pflanzen wie Lavendel auch in der Bevölkerung publik machen, das hilft alles.“

Blühstreifen, Blühweiden und Bienenbrache – diese Maßnahmen können Landwirte ergreifen, um den nützlichen Insekten unter die Flügel zu greifen. Alwin Leistikow bewertet das als Fortschritt für die Bienen, fügte aber an: „Es ist noch nicht genug.“ Schließlich sei die Biene nicht nur wichtig für das Ökosystem, sie steigere beim Bauern auch nachweislich den Ertrag. Daher würden beide Seiten gewinnen.

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