Pilzkenner in Rehna : Vom Woitendorfer Wald bis Sri Lanka

Frische Frühjahrslorcheln werden begutachtet.  Fotos: Richter
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Frische Frühjahrslorcheln werden begutachtet. Fotos: Richter

Rehnaer Pilzfreunde zogen eine Jahresbilanz und bekamen einen Vortrag über einen Inselstaat im Indischen Ozean präsentiert

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04. April 2017, 22:41 Uhr

Kein Stuhl blieb frei, als der Rehnaer Pilzverein zu seiner Mitgliederversammlung eingeladen hatte. Mit optimistischen Worten begrüßte der Vorsitzende Torsten Richter die Mitglieder aus Gadebusch, Lübeck, Grevesmühlen, Gadebusch, Schönberg, Wismar, Hamburg, Rehna und nicht zu vergessen Stresdorf.

Um es gleich vorwegzunehmen: 2016 war für den Rehnaer Pilzverein und seine Mitglieder ein ziemlich schwieriges aber durchaus erfolgreiches Jahr, wie der Bericht von Vereinschef belegte. Warum? Das vergangene Jahr wird wohl als das pilzärmste Jahr in der Geschichte des Rehnaer Vereins eingehen. Und so erinnerte Richter u.a. an die nervenaufreibende Terminverschiebung der 17. Rehnaer Pilztage.

Vielschichtige Aktivitäten von A wie Artenvielfalt, über T wie Tage der Pilze, bis Z wie Zusammenarbeit mit Stadt, Schule, Sponsoren und anderen Partnern – vieles streifte Richter in seinem Bericht. „Die Einbeziehung der Rehnaer Schüler während der Pilztage ist mittlerweile ein echter Selbstläufer“, so Richter. Das wäre sicherlich ganz im Sinne von Heinrich Sternberg. Dank der lokalen Sponsoren ist der traditionelle Schulzeichenwettbewerb ein Höhepunkt und die Ergebnisse können präsentiert werden.

Freuen dürfen sich die Pilzfreunde im Herbst 2017 auf eine neue großflächige Schautafel mit Bildern und Informationen aus den Jahren 2014 bis 2016. Im Rahmen der Anfertigung von Hausarbeiten an der Regionalschule wird sich die künstlerisch begabte Anna-Lena Ziemann (8. Klasse) mit dem Thema Pilze befassen und auch das Engagement der Schüler optisch präsentieren.

Man darf gespannt sein, denn diese Schülerarbeit wird schon aufgrund ihrer Größe von 2,20 Metern mal 1,40 Meter nicht in irgendeinem Schubfach verschwinden können.

Ein besonderer Dank ging an die langjährigen Förderer und Sponsoren. Für die Vereinsförderung durch die Stadt Rehna, die kostenlose Nutzung des Kreuzganges und des Deutschen Hauses danken die Pilzfreunde besonders Bürgermeister Hans-Jochen Oldenburg.

Zur Tradition geworden ist die Vergabe des Titels „Schönster bzw. interessantester Pilzfund des Jahres“. Geworden ist es der seltene Becherling (Peziza labessiana) und sein Fund ist derzeit in ganz Deutschland das einzige noch existierende Vorkommen dieser in Europa äußerst seltenen Pilzart. Gefunden hatte diesen Pilz der im Dezember neu aufgenommene Christian Ehmke aus Wismar.

Eine besondere Anerkennung bzw. Ehrung gab es für die Mitglieder Petra Nickel (Rehna), Karl Friedrich Brüning (Herrnburg) und Eckhardt Schlichting (Gadebusch) für ihr außerordentliches Engagement im Zusammenhang mit der Durchführung der Rehnaer Pilztage. Die Mitglieder spendeten nicht nur an dieser Stelle reichlich Beifall. Applaus gab es auch für den Vorstand, der seine Arbeit zuverlässig und transparent gestaltete.

Das Konzept und die Vorhaben der Rehnaer Pilzfreunde scheinen zu überzeugen. Der Verein wächst kontinuierlich und hat sich mittlerweile zu einem zentralen Anlaufpunkt für Pilzinteressierte in Westmecklenburg gemausert. Akzeptiert und gut genutzt wird die vereinseigene Homepage als Kontaktmedium und zur Präsentation der Aktivitäten, sowie von Sponsoren.

Den Abschluss der Versammlung bildete der Überraschungsvortrag von Christoph Engelhardt aus Lübeck. Er gab exklusiv für seine Pilzfreunde einen Einblick in Land, Leute und Natur von Sri Lanka. Beeindruckende Bilder von Sägeagamen, Tropischen Stielporlingen, Vogelspinnen im Schlafzimmer, bunten Schmetterlingen, Nasenpeitschennattern und kuriosen Vogelarten begeisterten die Pilzfreunde.

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