Boltenhagen : Vom Strandgut zum Kunstwerk

Die Boltenhagener KünstlerinKerstin Piehl: „Das Meer ist nicht nur ein Ort. Manchmal ist es einfach ein Gefühl, eine Inspiration.“
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Die Boltenhagener KünstlerinKerstin Piehl: „Das Meer ist nicht nur ein Ort. Manchmal ist es einfach ein Gefühl, eine Inspiration.“

„Kunst offen“ heißt es über Pfingsten in vielen Werkstätten, Galerien und Ateliers. Erstmals dabei: Kerstin Piehl

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16. Mai 2018, 21:00 Uhr

Hühnergötter, Donnerkeile, Kiesel, Bernstein, Muscheln, Treibholz oder Scherben. Es gibt nichts, was sammelwütige Ostseeurlauber im Sommer nicht vom Strand wegschleppen. Wertloses Souvenir für die einen, wertvolles Rohmaterial für Kerstin Piehl. Die Boltenhagenerin verwandelt in liebevoller Handarbeit Treibgut in Kunst und präsentiert ihre Werke über die Pfingstfeiertage in der Alten Molkerei Klütz erstmals bei der diesjährigen Aktion „Kunst offen“.

Badow

Bildhauer Nando Kallweit (Bronzeplastiken, Skulpturen, Wandreliefs, Installationen in Garten und Atelier)
Sa-Mo 10-18 Uhr
Alte Dorfstraße 17

Schmuckdesign Annett Kallweit (Objekte und Installationen aus Gold, Silber, Holz und außergewöhnlichen Materialien als Einzelstücke oder in Kleinserien in Atelier und Werkstatt)
Sa-Mo 10-18 Uhr
Alte Dorfstraße 17

Carlow

Keramik Petra Mentz (Gemeinschaftsausstellung von Hausgemeinschaft mit Gästen –  fröhliche Keramik für drinnen und draußen, Fotokunst, Schmuckstücke aus Meranoglas, Gitarrenmusik, Bücherflohmarkt und vieles mehr)Sa+So 11-18 Uhr
Pappelweg 3

Dechow

Hofpolsterei Pahnke (Elektrifizierte Kunst-Apparate u. Skulpturen. Kunstvolle Möbel u. Dekostoffe)
Sa. 19 Uhr Musik mit Kekso & Téry Kafo, Reggae und senegalesische Rhythmen
Sa 10-20 Uhr, So 10-18 Uhr,
Mo 10-16 Uhr
Röggeliner Straße  3a

Gadebusch

Anneliese & Reinhard Reck (Bilder von Landschaften in Mecklenburg-Vorpommern, Stillleben)
Sa 14-18 Uhr, So 10-18 Uhr,
Mo 10-17 Uhr
Puschkinstraße  21

Mariette Grützmacher (Lassen Sie sich von den urigen Bauernhäusern, realistischen Blüten und Stillleben, stimmungsvollen Landschaften und natürlichen Seestücken und Stränden der Malerin verzaubern)
Sa 13-18 Uhr,
So 10-18 Uhr,
Mo 10-16 Uhr
Scheibenberg 1

Steffi Grützmacher (Handgefertigter Schmuck und schöne Dinge – divers und individuell wie die Menschen, die sie tragen)
Sa 13-18 Uhr,
So 10-18 Uhr,
Mo 10-16 Uhr
Scheibenberg 1

Klein Rünz

Skulpturen Walter Green (Skulpturen zum Befassen und Photographik „Vergessene Dinge“)
So und Mo 11-19 Uhr
Bergstraße 19

Kathinkas Spinnstübchen (Handgesponnene Wolle vielfältigster Art und Farben, handgestrickte Pullover, Tücher, Schultercapes, Kniedecken, Sofasocken,  Vorführung Spinnen und Kardieren)
Sa 13-18 Uhr,
So 11-19 Uhr,
Mo 11-17 Uhr
Falkenhagener Straße 24

Kneese

Feltbloom – Filzen erleben (Seide und Wolle, fein verfilzt zu Mützen, Schals, Stulpen, Accessoires; Sitzkissen und figürliche Arbeiten)
Sonntag: Filzmitmachwerkstatt für Kinder und Erwachsene
Sa+So 10-18 Uhr, Mo  10-16 Uhr
Sandfelder Straße  4

Neschow

Metallgestaltung + Schmiede Droste (Schmiedearbeiten und Metallskulpturen von Fabian Droste. Das Schmiedefeuer brennt und man kann den Schmieden bei der Arbeit zusehen)
Sa+So 10-18 Uhr
Hinterstraße 3

Schaddingsdorf

Atelierausstellung Detlef Moraht (Identität und Mythos: Das Ungleiche und das Eigene in Bildern)
So+Mo 11-18 Uhr
Moorkoppel 27

Schattin

Bildhaueratelier Claus Görtz (figürliche Plastik, Gastkünstlerin aus Hamburg: Lillemor Mahlstedt - Malerei)
Sa-Mo 11-18 Uhr
Hauptstraße 5

unser SchaDuLe e. V. (4. Schattiner Kunst- und Musikfreunde, Ausstellung von Werken mehrerer Künstler in Scheunen und Gärten, begleitet von einem vielfältigen Musikprogramm und Kunsthandwerkermarkt)
Sa 11-01 Uhr,
So 11-18 Uhr
Hauptstraße 15

Veelböken

Goldschmiede (Gudrun Vollborn: Unikat-Schmuck aus Silber & Gold, mit  ausgesuchten Edelsteinen und Silberschmuck mit feinem grafischem Muster. Wolfgang Albeck: Naturfotografien und Holzarbeiten)
Sa 13-18 Uhr,
So+Mo 10-18 Uhr
Botelsdorfer Damm 13

Webelsfelde

„Träume“ Marion Stender (Bild und Deko aus Holz und auf Leinwand für Garten, Haus und Hof zu besichtigen) Sa-Mo 11-18 Uhr
Dorfstraße  15-16

 

Dabei begann auch bei der 49-Jährigen alles mit einer anfangs harmlosen Sammelleidenschaft. Bei den täglichen Spaziergängen am Meer hieß es Kopf runter und alles sammeln, was nicht niet- und nagelfest war. Im Ergebnis türmte sich verschiedenes Strandgut irgendwann allerdings schon wäschekörbeweise im Haus der gebürtigen Niedersächsin, die der Liebe wegen vor zehn Jahren nach Nordwestmecklenburg gezogen war. „Und so hat mein Mann dann zu mir gesagt ,Mach was draus, sonst bringe ich das alles wieder zurück.‘“

Eine Drohung, die Wirkung zeigte. Vor einem Jahr begann die gelernte Floristin, ihre zahllosen Fundstücke aufs Papier, genauer gesagt, auf Leinwände zu bringen. Und das nicht irgendwie, so nach dem Motto Kleister drauf und auf die Leinwand geworfen. Kerstin Piehl lässt tatsächlich verschiedene Bilder entstehen. Strandgut-Gemälde, wenn man so will. Von Kleidungsstücken, die auf einer Wäscheleine zum Trocknen aufgehängt wurden, bis zu Küstenlandschaften mit Leuchtturm. Das Besondere daran: „Ich verändere oder bearbeite nichts an den verschiedenen Materialien. Die verwendeten Stücke bleiben, wie ich sie gefunden habe. Bearbeitet nur von Wasser, Sand, Wind und der Zeit und werden von mir zu neuen Entdeckungen gestaltet.“ Momentaufnahmen mit Raum für Gedankenreisen, zum Freuen und Erinnern.

Wichtigste Zutat: Seeglas. Je älter, desto besser. Manchmal könne sie sogar nachvollziehen, wie alt eine gefundene Scherbe ist. Unter Zuhilfenahme spezieller Literatur konnte die Künstlerin einen Flaschenhals sogar auf das Jahr 1900 zurückdatieren. Den hat sie dann aber doch behalten und nicht zu Kunst verarbeitet.

An guten Tagen findet Kerstin Piehl bei ihren Strandspaziergängen sogar Bernstein. „Dann muss vorher aber ein strammer Ostwind, eine böse See geherrscht haben.“ Einmal hätte sie sogar einen Bernstein in Herzform gefunden. Den hat sie aber erst in diesen Tagen in der Produzenten-Galerie in der Alten Molkerei in Klütz verkauft.

Und genau dort können Interessenten die Kunstwerke der Boltenhagenerin auch während „Kunst offen“ vom 19. bis zum 21. Mai jeweils von 11 bis 18 Uhr bestaunen. Die Künstlerin mit Sammelleidenschaft: „Am Pfingstmontag schleppe ich meinen ganzen Krimskrams dorthin. Dann können Besucher mir über die Schulter schauen.“

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