Gutshaus Löwitz : Vom Meisterwerk zur Bauruine

Wie aus einem herrschaftlichen Anwesen eine Ruine wurde, belegt das Beispiel Löwitz.
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Wie aus einem herrschaftlichen Anwesen eine Ruine wurde, belegt das Beispiel Löwitz.

Stadtvertreter sehen für das Gutshaus Löwitz keine Zukunft mehr

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17. November 2015, 23:53 Uhr

Für Millionen-Beträge sind im Landkreis Nordwestmecklenburg Herrenhäuser und Schlösser saniert worden. Aus ihnen wurden Hotels, Museen oder private Anwesen. Doch 25 Jahre nach der Wende stehen auch etliche architektonische Meisterwerke leer und sind bis heute dem Verfall preisgegeben.

Eines dieser „Sorgenkinder“ befindet sich in Löwitz bei Rehna. Noch bis zur Wende beherbergte das Gutshaus Wohnungen sowie eine Betriebsküche der LPG. Heute wirkt es wie ein Geisterschloss, in dem es spuken könnte. Dort hinein sollte sich niemand wagen. „Betreten strengstens verboten. Lebensgefahr“, ist auf einem demolierten Schild zu lesen. Das Dach des Hauses ist teilweise löchrig wie Schweizer Käse. Decken sind eingestürzt.

„Das muss hier dennoch einst ein herrliches Anwesen gewesen sein“, meint der Rehnaer Stadtvertreter Marco Weber. Er ist der Vorsitzende des Bauausschusses und verfolgt mit Sorge den Verfall des etwa 200 Jahre alten Gutshauses. „Neben einem Gebäude an der Goethestraße in Rehna ist dieses Gebäude unser größtes Sorgenkind. Für das Gutshaus sehe ich ehrlich gesagt keine Zukunft mehr“, sagt Marco Weber. Die Stadt könne solch ein Haus niemals selbst sanieren.

Seit Jahren befindet sich das Löwitzer Gutshaus im Besitz einer Berliner Unternehmens-AG. Die Firma hatte es nach SVZ-Recherchen 1999 erworben. Mit einem Kaufpreis von 125 000 D-Mark war das Anwesen damals ausgeschrieben worden. Ob am Ende weniger oder mehr gezahlt wurde, bleibt Spekulation.

Tatsache ist, dass es vor und nach dem Besitzerwechsel immer wieder Kaufinteressenten für das Gutshaus gab. Einig wurden sie sich mit dem Eigentümer offenkundig nicht. Stattdessen wuchs der Groll bei Denkmalpflegern im Fall Löwitz. „Hier hat der Besitzer nichts investiert, quasi nicht einmal etwas für einen Nagel ausgegeben“, polterte einst der inzwischen in den Ruhestand gegangene Kreis-Denkmalpfleger Andreas von Bötticher in einem SVZ-Interview. Der Rehnaer Verwaltungschef Hans-Martin Buschhart spricht von einem Trauerspiel.

Wohl fühlen sich derzeit wohl nur ein paar Schafe auf dem Löwitzer Gutshaus-Gelände. Sie grasen vor und hinter dem Gutshaus und finden bei Sturm und Regen Unterschlupf im einst herrschaftlichen Haus, das nicht verschlossen ist.

Welche Zukunftspläne das Berliner Unternehmen mit der Löwitzer Immobilie hat, bleibt vorerst weiterhin unklar. Die Chance zu einer erbetenen Stellungnahme blieb bis Redaktionsschluss ungenutzt.  

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