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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 21:41 Uhr

Gadebusch : Vom Enkeltrick bis zum Haftbefehl

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Präventionsberater der Polizei informiert Senioren über aktuelle Betrugsmaschen und gibt praktische Verhaltenstipps weiter

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 04:45 Uhr

Wie reagieren Sie, wenn Ihnen plötzlich ein Haftbefehl ins Haus flattert? Zahlen Sie, in Panik geraten, umgehend die geforderte Summe, um bloß dem vermeintlichen Knast zu entgehen – oder bleiben Sie gelassen und prüfen seine Richtigkeit? „Es gibt Fälle, da zahlen die meist älteren Menschen die in dem sehr offiziell und mit Stempel versehenen Schreiben geforderte Geldsumme“, weiß Hartmut Höppner, Präventionsberater bei der Polizei zu berichten. Dabei gebe es ganz klare Merkmale, an denen man die Fälschung erkennt. „In diesen konkreten Fällen kamen die Schreiben angeblich vom Staatsanwalt. Dabei wird ein Haftbefehl ausschließlich von einem Richter ausgestellt und auf speziellem Papier gedruckt“, erklärt Höppner

Solche relativ neuen und andere Betrugsmaschen, wie den klassischen Enkeltrick waren Thema beim ersten Sicherheitstag, den der Seniorenbeirat Gadebusch gestern veranstaltet hat. Ein Dutzend Interessierter war dieser Einladung gefolgt. Dem pensionierten Polizeibeamten machte das nichts aus. „Ich kann mit Stolz sagen, das bisher niemand, der an so einer Veranstaltung wie wir sie hier anbieten teilgenommen hat, auf einen Betrugsversuch hereingefallen ist“, kommentiert Höppner das mangelnde Interesse. Wie wichtig seine Arbeit ist zeigt sich daran, dass immer noch Senioren auf den alten Enkeltrick hereinfallen. „Das sind sicherlich solche, die nicht rausgehen und sich über solche Sachen nicht informieren“, meint Elke Trost. Die Gadebuscherin gibt zu, dass auch sie immer geglaubt hat, ihr könne so etwas nicht passieren. Aber bei den psychologischen Kniffen, die die Betrüger in den Beispielen von Hartmut Höppner anwenden, sei man gänzlich ungeschult wohl doch eventuell gefährdet.

Die Anwesenden wurden vom Sicherheitsberater allumfassend und umfangreich über nahezu alle derzeit vorkommenden Betrugsmaschen unterrichtet. Aber nicht nur darüber. „Natürlich erörtern wir auch solche Themen: Wie verhalte ich mich an der Haustür, erkenne ich falsche Handwerker oder Polizisten. Oder auch, was sollte man beim Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln oder anderswo bei größeren Menschenansammlungen beachten, um einem Taschendiebstahl vorzubeugen“, sagt Elli Brusch, Vorsitzende des Seniorenbeirats, die gemeinsam mit ihren Kollegen diesen Tag organisiert hat.

Die nächste Veranstaltung dieser Art findet bereits im November statt: Dann geht es mit der Gadebuscher Notariatsverwalterin Dr. Eglè Zierau um Patientenverfügung, Betreuungs- und Vorsorgevollmacht.

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