Dragun : Vietlübbe: Fischzählung beendet

Am Vietlübber See erfolgte ein Bestandsfischen mit Unterstützung eines Berufsfischers. Das sorgte für Diskussionen unter zahlreichen Petrijüngern.
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Am Vietlübber See erfolgte ein Bestandsfischen mit Unterstützung eines Berufsfischers. Das sorgte für Diskussionen unter zahlreichen Petrijüngern.

Bestandskontrolle sorgte für heftige Debatten unter Petrijüngern. Gemeinde lehnt gewerbsmäßige Fischerei auf dem Vietlübber See ab

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09. Juli 2014, 00:00 Uhr

Karpfen, Hechte, Zander, Barsche, Weißfische: Wie ist es um den Fischbestand im Vietlübber See bestellt? Eine Bestandsaufnahme sollte einen Überblick geben, aber das von der Gemeinde angeschobene und von Fischer Hendrik Kern durchgeführte Kontrollfischen lief aus Sicht einiger Petrijünger nicht optimal. Zumindest wurde bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Draguner Dorfgemeinschaftshaus Kritik laut. Der Vorwurf: Zu viele Reusen standen im See. Niemand hätte die Bestandsaufnahme kontrolliert, Fische seien entnommen worden.

Fischer Hendrik Kern machte gegenüber der SVZ deutlich, dass er entsprechend den Absprachen mit der Gemeinde „Weißfische abgefischt und eine Bestandskontrolle durchgeführt hat“. Zur Schonung der Bestände habe man sich für eine passive Methode entschieden. „Andere Fische wie Hechte, Aale, Karpfen und Schleie wurde gefischt, vermessen, gewogen und ins Wasser zurückgesetzt“, sagt Kern. Klar sei auch, dass im Gewässer der Hecht dominiere und Karpfen aufgrund des insgesamt schwächeren Nahrungsangebotes nicht ganz auswachsen kann. „Die Maßnahmen wurden im Spätherbst und Frühjahr von uns durchgeführt“, so Kern.

Über die Ergebnisse des Bestandsfischens sei die Gemeinde Dragun wie vereinbart informiert worden. Vorwürfe, wonach gezielt abgefischt und Fisch nicht zurückgesetzt wurde, seien nicht haltbar, so der Fischer. Kern: „Der Fischereiaufseher des Vereins wurde mit einbezogen.“ Des Weiteren gab es am See Aushänge, die über das Bestandsfischen informierten. „Allerdings wurden diese entfernt“, so Kern weiter. Gegen Spekulationen jeglicher Art sprach sich der Vorstand des Angelvereins Vietlübbe aus.

Ob das Bestandsfischen wie von mehreren Mitgliedern angemahnt mit drei Monaten möglicherweise zu lang und intensiv war, müsse man besprechen, meint Bürgermeisterin Sabine Schirrmeister. „Ich kann hier und heute sagen, dass es keine gewerbliche Fischerei auf dem See geben wird“, sagt die Bürgermeisterin. Fakt sei aber auch, dass die Gemeinde für die Pflege des Gewässers verantwortlich sei. Schirrmeister: „Die Untersuchungen wurden Anfang Juni beendet.“ Die Ergebnisse wolle die Kommune mit dem Vereinsvorstand prüfen und ein Konzept zur Pflege des Gewässers erarbeiten.

Dass ein Gewässer mit Bestandsfischerei einer Prüfung unterzogen werden muss, bestätigte gegenüber der SVZ auch der Landesanglerverband MV. Grundlage bildet dabei die Binnenfischereiordnung. „Wir arbeiten für unsere Gewässer mit unabhängigen Instituten nach der Richtlinie der Landwirtschaftsberatung zusammen. Dabei wird innerhalb eines Tages die Artenzusammensetzung, die Sichttiefe und Wasserqualität geprüft“, sagt Andreas Schlüter, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz im Landesfischereiverband. Dazu gehört unter anderem der Landesanglerverband (LAV). Wie die Bestandsprüfung in Zukunft abläuft, darüber möchte der Vorstand des Angelvereins Vietlübbe mit der Gemeinde zukünftig enger beraten.

Unabhängig von den unterschiedlichen Auffassungen über die Art und Weise des Bestandsfischens hat sich ein neuer Vereinsvorstand bei den Petrijüngern in Vietlübbe formiert. Die außerordentliche Mitgliederversammlung wählte Melanie Blödorn aus Vietlübbe zur Vorsitzenden und Marco Jordan aus Brüsewitz zum Stellvertreter. Im Vorfeld traten Reno Gottschalk und sein Stellvertreter aus persönlichen Gründen zurück.

Zur Unterstützung wird Matthias Thieß der Vereinsspitze zur Verfügung stehen. Weiterhin mit dabei sind Rico Borck als Kassenwart, Jörg Hänsel und Mathias Sowada.


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