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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. August 2017 | 12:28 Uhr

Feuer : Vier Pferde bei Stallbrand verendet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Stallgebäude in Grevesmühlen stand in Flammen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. 50 Feuerwehrleute waren bis in den Morgen im Einsatz

Brandgeruch, dicker Qualm und Flammen: In der Nacht zu Donnerstag ist in einem Pferdestall in Grevesmühlen ein Brand ausgebrochen. Gegen 2.30 Uhr in der Frühe informierte eine Mitarbeiterin der Wohnanlage des Deutschen Roten Kreuzes in Grevesmühlen die Rettungsleitstelle der Feuerwehr: Bei der „Alten Schäferei“ in Grevesmühlen brenne ein Gebäude. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen sich in dem brennenden Stall 14 Pferde befunden haben. Zehn konnten gerettet werden.

„Man muss sofort alle Pferde rausbringen, wenn ein Feuer ausbricht“, erklärt Tierarzt Dr. Lothar Makowei aus Gadebusch. Das Problem dabei sei jedoch, dass die großen Tiere in Panik gerieten, sobald sie Flammen sehen und den Brandgeruch wahrnehmen würden. „Man muss versuchen, die Tiere zu beruhigen, möglichst sofort mit Wasser alle Flammen in ihrer Umgebung löschen und dann versuchen sie aus dem Stall zu treiben“, erklärt der Tierarzt. Dann seien direkte medizinische Notfallmaßnahmen zu ergreifen, um das Leben der Tiere zu erhalten – Infusionen und Umschläge. „Das Pferd muss runtergekühlt werden“, so Makowei. Doch dabei müsse mit großer Vorsicht vorgegangen werden, warnt der Experte. „Es kann, genauso wie beim Menschen, zu Schockreaktion kommen und eventuell macht der Kreislauf das Abkühlen nicht mit.“ Das Wichtigste sei es in einer solchen Situation, diesen stabil zu halten, so der Tierarzt.

Etliche Verletzungen könnten eine Folge solch eines Brandes sein, so Makowei: Die Lunge der Tiere kann aufgrund der Rauchvergiftung in Mitleidenschaft gezogen werden – die Lungen von Pferde sind sehr empfindlich. Brandwunden könnten zu Infektionen führen. Der schlimmste Fall sei natürlich wenn das Tier das Feuer nicht überlebt, so Makowei, doch auch Pferde, die den Brand überstanden hätten, könnten noch gravierende Folgeschäden davontragen, erläutert der Tierarzt. „Es besteht die Gefahr, dass das Pferd danach sportuntauglich ist oder nur noch auf der Koppel stehen kann.“

Der Gadebuscher Tierarzt kennt die Angst, die Pferdebesitzer vor dem Feuer haben ganz genau: „Wenn die Sirene geht, dann hat man Angst um seine Tiere. Jeder, dem so etwas passiert, tut mir unendlich leid“, so Makowei.

Ein Teil des Stalles wurde ersten Informationen zufolge vernichtet. Die einrückende Polizei ergriff Maßnahmen der Gefahrenabwehr. Eine Bewohnerin aus dem angrenzenden DKR-Wohnhaus wurde durch die Beamten geweckt und evakuiert. Gemeinsam mit den Polizisten, Feuerwehrleuten und dem Eigentümer des Hauses, hat die gerettete Frau daraufhin mithelfen können, insgesamt zehn Pferde aus dem brennenden Gebäude zu evakuieren. Gegen 4.45 Uhr war das Feuer gelöscht.

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei wurden vier Pferde bei dem Feuer getötet. Der Gesamtschaden des Brandes wird auf etwa 90 000 Euro geschätzt. Die Kriminalpolizei geht von einer Brandstiftung aus und hat die Ermittlungen in diese Richtung aufgenommen, teilte André Falke von der Wismarer Polizei mit. Sachdienliche Hinweise zum Sachverhalt nehmen die Polizei in Grevesmühlen unter der Telefonnummer: 03881-7200 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

 

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erstellt am 11.Apr.2014 | 00:00 Uhr

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