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Hexenverfolgung in Rehna : Viele Verfahren endeten mit Hinrichtung

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Theologie-Studentin Elina Bernitt absolviert derzeit ein Praktikum in der Klosterstadt und stellte nun ihre Semesterarbeit vor

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2016 | 04:45 Uhr

Über die Hexenverfolgung in und um Rehna sowie Mecklenburg-Vorpommern berichtete jetzt die Theologiestudentin Elina Bernitt im Rehnaer Pfarrhaus. Die 25-Jährige macht seit drei Wochen im Rahmen ihres Studiums ein vierwöchiges Praktikum und stellte ihre kürzlich geschriebene Semesterarbeit zu diesem Thema vor.

„Auch in Rehna finden sich deutliche Zeichen von Hexenverfolgung“, erklärte die Studentin, die aus Rerik kommt. So sei am Brunnen in der Mühlenstraße der Eintrag der Hexe Trina Kiels aus dem Jahre 1669 zu finden, erklärte sie. Auch die Geschichten um den Wedendorfer Klingenberg waren einer Erwähnung der Theologiestudentin wert. „Laut meiner Recherchen soll sich dort eine Frau einem Müller verwehrt haben und durch ein Schwert getötet worden sein. Klingenberg hat also nichts mit Klang, sondern mit der Klinge zu tun", erklärte die 25-Jährige. Selbst das damals tötende Schwert sei jahrelang noch an der Kirche aufgehängt und mittlerweile verkauft worden. Allerdings wisse man, wer es derzeit habe, erklärten die Besucher der Runde. Ihre Ausführungen beschränkte die Rerikerin allerdings nicht nur auf die Region, sondern erklärte auch, dass von 4000 Verfahren 2000 mit einer Hinrichtung endeten. Dabei habe alleine die Erklärung eines Bürgers über eine ihm vielleicht nicht wohlwollende Frau dazu geführt, dass sie verdächtigt und nach Folter auch verurteilt und getötet wurde. „Dabei wandelte sich das Geschehen im Laufe der Zeit. Während zunächst gegen männliche und weibliche Zauberer vorgegangen wurde, waren es ab 1400 nur noch Frauen, also Hexen, die verfolgt wurden. Die Hexenverfolgung gipfelte zwischen 1560 und 1630. Anschließend ließ es wieder nach“, erklärte Elina Bernitt.

Selbst im Jahr 1924 soll es noch einen Antrag auf eine Gerichtsverhandlung zur Hexerei gegeben haben. Der wurde allerdings abgelehnt. „Spuren lassen sich bis in die heutige Zeit verfolgen und auch heute noch ableiten“, erklärte die angehende Pastorin.



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