Schönberg : Viel Spaß mit alten Schmalfilmen

Gut 80 Interessierte besuchten die Filmvorführungen im Bechelsdorfer Schulzenhaus.
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Gut 80 Interessierte besuchten die Filmvorführungen im Bechelsdorfer Schulzenhaus.

Besonderer Nachmittag zum Internationalen Museumstag in Schönberg / In Schlagsdorf Wanderung entlang der ehemaligen Grenze

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15. Mai 2018, 12:00 Uhr

„Film ab!“ hieß es am Internationalen Museumstag auf der Diele des ältesten Bauernhauses von Mecklenburg-Vorpommern. Das Volkskundemuseum Schönberg feierte auf dem Denkmalhof Bechelsdorfer Schulzenhof Saisonauftakt und hatte gemeinsam mit dem Filmbüro MV zu einem ganz besonderen Nachmittag eingeladen. Gezeigt wurden alte Filme aus der Schatzkiste des Schönberger Museums.

Und das waren nicht irgendwelche alten Schinken aus der Defa-Mottenkiste. Gezeigt wurden Arbeiten, die unter anderem Hobbyfilmer aus dem damaligen Schmalfilmzirkel beim Klub der Werktätigen Schönberg in den 60er-Jahren in der Region gefilmt hatten. Diese sind seinerzeit auf 8- bzw. 16-Millimeter-Schmalfilm aufgenommen und im vergangenen Jahr vom Volkskundemuseum und dem Filmbüro Wismar digitalisiert worden.

Gezeigt wurden eine Modenschau aus dem Jahr 1965 im Schwimmbad Schönberg, Ernteeinsätze von Lehrern der dortigen Oberschule, ein Ringreiten an einem unbekannten Ort und Aufnahmen von der früheren Maschinen-Traktoren-Station (MTS) Schönberg sowie die Herstellung von geflochtenen Körben in der Korbflechterei Paul Böttcher in Lüdersdorf.

Der Knüller allerdings war das knapp vierminütige Werk „Ein unverhoffter Besuch“ der Kreisarbeitsgemeinschaft Amateurfilm Grevesmühlen aus dem Jahr 1975. „Auf einem Bahnhof fährt ein Doppelstockzug ein. Ein Schild suggeriert, dass er nach Dresden fährt. Unterdessen bringt ein Postbote in Schönberg der Familie Bolten um 12 Uhr ein Telegramm, in dem Georg und Margot Meier für 13 Uhr ihr Kommen ankündigen. Wohl die Schwiegereltern“, leitet Olaf Both, der Leiter des Volkskundemuseums, in die Geschichte ein. Während die Frau hektisch beginnt, Staub zu saugen und aufzuräumen, bleibt ihr Mann unbeirrt am Tisch sitzen, arbeitet weiter und rasiert sich dann in aller Seelenruhe. Währenddessen sucht die bessere Hälfte den fast leeren Kühlschrank panisch nach Nahrungsmitteln ab, findet schließlich eine Dose, öffnet diese und stellt sie zufrieden seufzend auf den Tisch. Auch sie geht nun ins Bad, um sich zurecht zu machen – während der Hund die Dose leer frisst.

Eine Filmpremiere, die 43 Jahre nach der Produktion von den gut 80 Besuchern im Bauernhaus beinahe schon euphorisch gefeiert wird.

Doch auch anderenorts beteiligten sich verschiedenste Einrichtungen am Internationalen Museumstag. So bot das Grenzhus Schlagsdorf gemeinsam mit dem Biosphärenreservat Schaalsee eine Wanderung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze an. Grenzhus-Leiter Dr. Andreas Wagner: „15 Teilnehmer waren unserer Einladung gefolgt und erfuhren Einzelheiten zur Renaturierung eines Bachlaufes, konnten einen Blick in ein Nandu-Gelege werfen und auch Wissenswertes zur früheren Situation in den Grenzdörfern erfahren.“ Fazit: Ein Museumstag, der sich für alle Besucher wirklich gelohnt hatte.

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