Vietlübbe : Viel Spaß am Anderssein

Marike (r.) hat die Idee zum Portmonee basteln aus Tetra Pak von einem Kirchentag mitgebracht. Fotos: klafack
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Marike (r.) hat die Idee zum Portmonee basteln aus Tetra Pak von einem Kirchentag mitgebracht. Fotos: klafack

Konfirmanden der Kirchgemeinden absolvieren Camp an der Vietlübber Kirche

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21. September 2015, 23:06 Uhr

Kirchenmusik, Graffiti sprayen, basteln, meditieren, einen Film drehen und beten – so bunt sah das Wochenende in dem Camp für Konfirmanden und Jugendliche in Vietlübbe aus. Rund 65 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren aus den Kirchenregionen Gadebusch, Rehna und Grevesmühlen gestalteten sich mit ihren erwachsenen Begleitern zwei schöne Tage.

Das Motto des Wochenendes „Fremd zu sein, bedarf es wenig“ war zwar im Grunde eher ernst und dem aktuellen Thema der Flüchtlinge geschuldet, dennoch stand allem voran der Spaß.

„Ob man neu in eine Gruppe kommt oder sich selbst fremd ist, die meisten können sich aufgrund eigener Erfahrungen vorstellen, wie schwierig es sein muss, in ein fremdes Land mit einer fremden Sprache und Kultur zu kommen“, erläutert Gemeindepädagoge Steffen Nowack die Idee hinter dem Motto. Den Auftakt bildeten die Teamer, die jugendlichen Leiter der Veranstaltung, in dem sie die Konfirmanden mit einem roten Punkt auf der Nase begrüßten. Anders und fremd zu sein, das zog sich durch das Programm. „Mitmachen, ausprobieren, Neues entdecken – nicht nur in der kleinen Gruppe der Konfirmanden der eigenen Kirchgemeinde, sondern eben auch mit anderen zusammenzukommen“, beschreibt Dieter Rusche, einer der Mitinitiatoren des Camps den Leitgedanken.

Dafür bilden die Kreativworkshops des Nachmittags den perfekten Rahmen. Angefangen vom Basteln von Traumfängern über das Drehen eines Filmes, und das Erlernen der Meditation oder des Jonglierens bis hin zum Graffiti: In Zelten, draußen, im Pfarrhaus und in der Kirche gab es jede Menge Gelegenheiten für Neues. So hat zum Beispiel die 19-jährige Marike vor zwei Jahren beim Kirchentag ein Portmonee aus Tetra Pak gebastelt und diese Idee mit ins Konfi-Camp gebracht. Seit vergangenem Jahr studiert sie Tiermedizin in Gießen, doch hier ins Camp zu kommen, lässt sie sich nicht nehmen. Gemeinsam mit der 15-jährigen Christina zeigt Marike jetzt in einem Bastelworkshop den Konfirmanden, wie das geht. „Es macht einfach Spaß hier“, so Christina, die zum zweiten Mal als Teamer dabei ist und vorher als Teilnehmer vor ihrer eigenen Konfirmation mitgemacht hat.

Bei dem Lützower Florian ist es ebenso; erst war er selbst ein Teilnehmer und nun leitet er meist Gesprächsrunden als Teamer. Diesmal jedoch entführt er die Konfirmanden in die Welt der Meditation. „In der Atmosphäre der Vietlübber Kirche ist das natürlich etwas Besonderes“, so der 19-Jährige. Beim Kampfsport gehöre es dazu, dass man sich sammelt und konzentriert. So kam er mit der Meditation in Berührung. Alles andere hat er sich dann selbst beigebracht und gibt sein Wissen weiter. „Letztlich muss man viel üben, um sich wirklich zu entspannen und das Fließen der Energie zu spüren“, erzählt er aus eigener Erfahrung.

Sich ausprobieren wollen auch Gina und Marco aus Rehna. Sie stecken im zweiten Jahr ihres Konfirmandenunterrichts. Für beide stand gleich fest, dass sie in Vietlübbe dabei sind. Denn hier können sie Spaß haben und neue Leute kennenlernen. Jetzt wollen sich beide gleich beim Graffiti sprayen versuchen. Sie sitzen über ihren Skizzen – und dann geht’s auch schon ran an die Leinwand. Zum Glück regnet es gerade nicht, und sie können im Freien arbeiten. Die meisten verbringen trotz des Wetters die Nacht in den Zelten, die rund um das Pfarrhaus aufgebaut sind. Am nächsten Tag dann schließt das Wochenende von Jugendlichen für Jugendliche mit einem Gottesdienst in der Vietlübber Kirche. Eins ist sicher, zwar ist man schnell selbst fremd, aber gemeinsam baut man genauso schnell Nähe auf.  

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