zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. November 2017 | 07:02 Uhr

Wismar : Verwaltung statt Wellness-Tempel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Dennis Klüver scheitert mit seinem Vorhaben, für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung ein Gesundheitsmanagement einzuführen

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 16:06 Uhr

Ja, dieser Mann meint es wirklich gut mit den Mitarbeitern der Kreisverwaltung. Allerdings konnten sich lediglich zwölf Mitglieder des Nordwest-Kreistages mit der Idee von Dennis Klüver anfreunden, für die circa 500 in der Kernverwaltung tätigen Männer und Frauen ein betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen. Gemeinsam mit den ebenfalls fraktionslosen Kreistagsmitgliedern Olaf Claus (Freie Wähler) und dem AfD-Mann Michael Tauchert hatte der Rehnaer Pirat sich für ein solches stark gemacht.

„Die Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource der Kreisverwaltung“, begründet Dennis Klüver den Vorschlag. Von deren Qualifikation, Engagement und Identifikation mit den ihnen übertragenden Aufgaben hänge es ganz wesentlich ab, ob die Verwaltung ihre Leistungen im Interesse der Bürger zuverlässig und auf hohem Niveau bereitstellen könne. Eine leistungsfähige Verwaltung brauche leistungsfähige Mitarbeiter. „Es gilt daher, die Arbeitsfähigkeit bis zum Eintritt in das Renten- oder Pensionsalter zu erhalten. Dies ist eines der zentralen Anliegen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements in der Kreisverwaltung“, so Klüver.

Durch Einsparungen in den vergangenen Jahren, Stellenabbau sowie Wiederbesetzungssperren sei es zu „Arbeitsverdichtungen“ gekommen und zu einem erheblichen psychologischen Arbeitsdruck. Darüber hinaus vermutet Klüver einen hohen Krankenstand in der Kreisverwaltung. Konkrete Zahlen indes hat er keine.

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement – anfängliche Kosten waren mit 35  000 Euro veranschlagt – ist nach Ansicht der drei fraktionslosen Antragsteller Ausdruck einer wahrgenommenen Fürsorgepflicht. Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass die Verwaltungsspitze dieser bislang nicht nachgekommen wäre. Doch dagegen verwahrte sich umgehend Kerstin Weiss (SPD). „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter liegt uns sehr am Herzen. Jeder, der ausfällt, ist einer zu viel“, so die Landrätin. Außerdem erfülle man bereits weit mehr als die gesetzlichen Vorgaben. So werden im Rahmen eines bereits bestehenden Gesundheitsmanagements den Mitarbeitern in Grevesmühlen und Wismar einmal wöchentlich Massagen angeboten, Augen-Untersuchungen durchgeführt und bei den jährlich durchgeführten Gesundheitstagen die Kollegen für einen Gesundheitscheck auf Wunsch für zwei Stunden von der Arbeit freigestellt.

Nur einige Argumente, die es der obersten Verwaltungschefin leicht machen, den Vorstoß von Klüver & Co. als nicht gerechtfertigt einzuordnen. Tja, da wird wohl vorerst doch nichts aus der Klüverschen Wohlfühloase Kreisverwaltung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen