Gadebusch : Vertragspartner bleiben ADAC treu

Trotz der Skandale um den  Automobilclub will der Gadebuscher Vertragspartner weiterhin mit dem ADAC zusammenarbeiten.
Trotz der Skandale um den Automobilclub will der Gadebuscher Vertragspartner weiterhin mit dem ADAC zusammenarbeiten.

Autohaus Lienshöft in Gadebusch und Autodienst Pell aus Selmsdorf wollen trotz derzeitiger Skandale weiter mit dem Verein zusammenarbeiten

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08. Februar 2014, 00:00 Uhr

Auch vor dem Hintergrund der jüngsten Skandale um den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) wird der Gadebuscher ADAC-Vertragspartner, das Autohaus Lienshöft, weiter mit dem Automobilclub zusammenarbeiten, erklärt Frank Lienshöft auf Nachfrage der SVZ. Anfeindungen seien er selbst und seine Mitarbeiter, wenn sie im Einsatz die Jacken des Vereins tragen, noch nicht ausgesetzt gewesen, so der Geschäftsführer des Autohauses. „Wir haben bis jetzt noch keine Sprüche gehört.“ Mit den jüngsten Skandalen hätten er und seine Mitarbeiter nichts zu tun, betont Lienshöft. „Wir fahren ja nur, wenn wir einen Auftrag bekommen. Und wir haben auch keine Batterien an Bord“, sagt er. Somit betreffe auch die Affäre um Provisionszahlungen bei Batteriewechseln im Rahmen der Pannenhilfe seine Firma nicht. Lediglich Pannenhelfer, die direkt beim ADAC angestellt gewesen seien, würde diese Anschuldigung betreffen, betont er.

Nach 20 Jahren Zusammenarbeit mit dem ADAC ist Frank Lienshöft von der Pannenhilfe des Vereins überzeugt: „Ohne dass ich andere Vereine oder Clubs schlecht reden will, der ADAC ist immer und überall. Auch wenn jemand einen Schutzbrief über die Versicherung abschließt, ist es oft der ADAC der kommt und Pannenhilfe leistet.“

Dennoch seien die Unstimmigkeiten, die sich derzeit bei dem Verein auftäten nicht hinnehmbar: „Ich selbst finde es nicht in Ordnung, dass solche Sachen passieren. Und sie müssen auch aufgeklärt werden“, so Lienshöft. Doch der Inhaber des Gadebuscher Autohauses verweist auf eine klare Unterscheidung zwischen dem Pannendienst und der erweiterten Mitgliedschaft beim ADAC: „Die Plus Mitgliedschaft ist wie eine Versicherung, ich sehe die Pannenhilfe losgekoppelt von den ADAC-Skandalen. Die einfache Mitgliedsleistung des Vereines wird ja erbracht. Es ist schade, dass das nicht so dargestellt wird.“ Der Pannenhilfe-Gedanke sei trotz allem beim ADAC nach wie vor vorhanden, so Lienshöft.

Auch der Autodienst Pell aus Selmsdorf, Partner des ADAC-Truckservice und damit für liegengebliebene Lastkraftwagen zuständig, berichtet von keinerlei Anfeindungen. „Die Kunden lachen eher darüber – oder kündigen ihre Mitgliedschaft“, sagt Ringo Pell, Mitarbeiter des Autodienstes. Er selbst und sein Kollege seien bisher noch nicht auf die ADAC-Skandale angesprochen worden. „Wir haben aber mit den Skandalen auch nichts zu tun, wir sind ein Zweigunternehmen und kümmern uns nur um die Lkw.“ Auch der Autodienst Pell bleibe dem Verein treu, sagt Pell. „Das müssen wir, davon leben wir.“ Dennoch sei er nicht einverstanden mit dem, was derzeit über den Automobilclub ans Licht komme: „Das ist eine Schande.“

Die Affäre um Manipulationen beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ und die Wahl des VW Golf zum Lieblingsauto der Deutschen weitete sich in den vergangenen Wochen aus. Mittlerweile steht nicht mehr nur die Manipulation zur Debatte, es wurden immer mehr Fragen laut und weitere Unstimmigkeiten aufgedeckt. Unter anderem sollen Mitgliederzahlen frisiert und Pannenhelfern finanzielle Anreize beim Batterieverkauf geboten worden sein. Jüngste Vorwürfe an den Verein: eine gefälschte Platzierung einiger Modelle beim Autopreis sowie Täuschung beim Reifetest. Der ADAC will nächste Woche erste Ergebnisse einer externen Kontrolle zu Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ bekanntgeben.

Der Verein ist mit derzeit mehr als 18 Millionen Mitgliedern der größte Automobilclub in Europa und der zweitgrößte in der Welt. Der Verein beschäftigt bundesweit rund 8500 Mitarbeiter, darunter knapp 1700 Straßenwachtfahrer. Bei den rechtlich selbstständigen ADAC Regionalclubs sind rund 2600 Arbeitnehmer unter Vertrag.

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