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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 01:19 Uhr

Groß Hundorf : Verhärtete Fronten unter Nachbarn

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Leser Johannes Humann und die benachbarte Familie Krause finden keine Lösung für ihr Problem und ziehen vor Gericht.

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2015 | 23:59 Uhr

Der 87-jährige Johannes Humann aus Groß Hundorf findet auch mit fortgeschrittenem Alter noch keine Ruhe. Denn zwischen ihm und seinen Nachbarn, Familie Krause, ist bereits vor neun Jahren ein Rechtsstreit entfacht, der bis heute kein Ende findet.

Angefangen hat alles mit einem Misthaufen, den der 87-Jährige auf dem Grundstück seines Sohnes – das er bewohnt – angelegt hatte. Durch die zu hohe Stickstoffbelastung gingen auf dem Nachbargrundstück Pflanzen ein. Schließlich klagten die Krauses und bekamen vor Gericht Recht (Unterlagen liegen SVZ vor.)

Nur wenig später entpuppte sich die gepflanzte Hecke zwischen den Grundstücken als neuer Krisenherd. Bei der Pflanzung selbiger waren die Nachbarn nach Aussage von Familie Krause noch befreundet. Erst als die Hecke eine gewisse Wuchshöhe erreicht hatte, ging der Streit erneut los. Johannes Humann ist der festen Überzeugung, die Hecke dürfe an der Grundstücksgrenze eine bestimmte Höhe nicht überschreiten . Doch in MV gibt es kein Nachbarrechtsgesetz, das die Wuchshöhe vorgibt. Einzig geregelt ist der Überhang von Pflanzen und Bäumen, wenn er die Benutzung eines Grundstückes beeinträchtigt. Der 87-jährige Humann sieht die Erträge seines Gartens durch die weitreichenden Wurzeln der Hecke negativ beeinflusst. „Beim Umgraben in meinem Beet kamen Wurzeln über Wurzeln zum Vorschein“, erklärt er. Eine davon buddelte er vollständig aus. Sie ragte etwa 4,70 Meter in sein Beet hinein. „Und je dichter ich mit meinen Pflanzen an die Hecke komme, umso weniger Ertrag habe ich“, klagt er.

Den Hauptgrund dafür sieht er in der immer höher wachsenden Hecke der Krauses. Mehrfach klagte Homann vor Gericht, um die Hecke „in Ordnung bringen“ zu lassen, doch das Gericht sah nach einem Gutachten keine Beeinträchtigung des Grundstückes vorliegen. Für Familie Krause ist klar, sie können die Hecke immer wieder zurück schneiden, doch die Wurzeln können sie nicht kappen. „Dann geht die Hecke ja komplett ein. Und diese Privatsphäre brauchen wir.“ Johannes Humann hingegen möchte, dass die Wurzeln nicht mehr so weit in sein Beet ragen und die Hecke nicht mehr „so hoch wuchert“.

Eine recht verfahrene Situation, wie auch das Schiedsamt in Rehna bestätigt. „Unsere Aufgabe ist es, zwischen den Parteien zu vermitteln, damit sie einen Schritt auf einander zu gehen und sich gegebenenfalls außergerichtlich einigen. In diesem Fall war das allerdings nicht möglich. Beide Parteien waren unwillig, sich zu einigen.“

Und obwohl beide im Grunde keine Kraft und Energie mehr für den Streit haben, wird sich an der Klagewelle vorerst wohl nichts ändern. „Wir kennen keine Lösung für das Problem“, erklärt Familie Krause. Und auch Johannes Humann möchte im Grunde nur in Ruhe leben. Die Frage ist nur wie?  

 

 

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