Schützenhaus Gadebusch : Vereinshaus-Streit schwelt weiter

Klare Botschaft: Demonstranten fordern den Erhalt des ehemaligen Schützenhaus in Gadebusch.
Klare Botschaft: Demonstranten fordern den Erhalt des ehemaligen Schützenhaus in Gadebusch.

Gadebuscher Bürgermeister bezeichnet Verkaufsabsichten als Lüge

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16. September 2015, 07:45 Uhr

Gadebusch Im Streit um die Zukunft des ehemaligen Schützenhauses in Gadebusch wird der Ton rauher. Während Mitglieder des Pegasus-Vereins, der Musikschule, des Blasorchesters, des Schrottorchesters und des „Chors ohne Namen“ weiterhin einen Verkauf fürchten, geht Bürgermeister Ulrich Howest  mit seinen Kritikern hart ins Gericht. Das Stadtoberhaupt bezeichnete Spekulationen um  mögliche Verkaufsabsichten des Schützenhauses als Unwahrheit.  „Wenn es Gerüchte geben sollte, ,Howest will das Haus verkaufen’, so ist das eine glatte Lüge. Das habe ich nie gesagt“, erklärte Ulrich Howest.

Tatsache ist: Ein Kaufinteressent ist auf die Verwaltung zugegangen und  eine Beschlussvorlage für die Erstellung eines  Wertgutachten der  städtischen Immobilie sollte daraufhin auf dem Tisch der Hauptausschussmitglieder landen.   Von dort wurde das Thema in die Gremien der Stadtvertretung  verwiesen. Eine Entscheidung, ob die städtische Immobilie veräußert werden soll oder nicht, ist bislang nicht gefallen. „Selbst wenn entschieden werden sollte, ein Wertgutachten zu erstellen, heißt es noch lange nicht, dass das Haus verkauft wird. Auch der Reparaturstau kann mittels Gutachtens ermittelt werden“, sagte  Howest gestern Abend gegenüber der SVZ.

Die Sorge der Pegasus-Vereinsmitglieder ist dennoch  groß. „In Sicherheit können wir uns erst wiegen, wenn das Stadtparlament einen Beschluss fast, wonach das Schützenhaus ein Vereinshaus bleibt und es langfristig nicht verkauft wird. Wir hoffen darauf, dass die Stadtvertreter ein Herz für unseren Verein zeigen“, so Andreas Kruse. Er und weitere Kulturschaffende fühlen sich beim Thema Schützenhaus bislang respektlos behandelt: „Man spricht nicht mit uns, sondern schafft im Hintergrund Tatsachen, um einer Diskussion aus dem Weg zu gehen und seine Interessen durchzusetzen.“

Der Pegasus-Verein verteilte inzwischen einen offenen Brief an den Bürgermeister, die  Fraktionsvorsitzenden  und Mitglieder  der Stadtvertretung Gadebusch. In dem Schreiben wird betont, dass sich nicht nur die Mitglieder des Pegasus e.V., sondern auch die  Schüler der Pegasus Musikschule sowie deren Eltern  zunehmend  um die Zukunft des Schützenhauses sorgen.

Rückenwind erhalten die Mitglieder des Pegasus-Vereins vom Wakenstädter Dr. Wolfgang Schröder. Auch er hatte am Montagabend vor dem Rathaus an  einer einstündigen Demonstration für den Erhalt des Schützenhauses teilgenommen. Gegenüber der SVZ erklärte Schröder: „Offensichtlich haben einige noch immer nicht die Demokratie verstanden. Denn das bedeutet, Politik mit den Menschen und nicht in Hinterzimmern zu betreiben.“

Der Gadebuscher Marco Kern, der im alten Schützenhaus Tango-Abende veranstaltet, ist ebenfalls besorgt. „Ich hoffe, dass wir mit der Demonstration Stadtvertreter zum Nachdenken angeregt haben. Tango-Fans aus Boizenburg, Hamburg, Lauenburg, Lübeck, Lübz, Bad Kleinen und Schwerin verfolgen mit Sorge die Diskussion. Denn einen alternativen Veranstaltungsort in Gadebusch gibt es nicht“, so Marco  Kern. Michael Schmidt

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