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Bauern in der Kritik : Verdreckte Straßen sorgen für Ärger

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Carlowerin erbost über Treckerspuren. Ordnungsamt verwarnt Landwirte

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 00:00 Uhr

Edeltraut Höppner ist verärgert: „Wenn die Landwirte auf dem Acker arbeiten, machen sie Dreck auf den Straßen“, empört sich die Carlowerin. Immer wieder würden ihr die verschmutzten Straßen in der Region auffallen, sagt sie. „Das Abtragen des Schmutzes war zu LPG-Zeiten noch üblich“, so Höppner. „Heute wohl nicht mehr.“

Ihre Sorge: Wenn es regnet, würde sich die Erdkruste auf den Straßen in Schlamm verwandeln und Moped- oder Radfahrer könnten dort ausrutschen und sich verletzen. Zudem ärgert sich die Carlowerin über den Schmutz auf ihrem Auto, wenn sie über die dreckigen Straßen fahren muss. „Ich würde mir wünschen, dass die Landwirte gucken, dass sie die Straßen auch säubern, wenn sie diese grob verschmutzt haben“, so Edeltraut Höppner.

Was die Carlowerin besonders erbost: „Ich habe andere Erfahrungen im Westen gemacht wenn ich über die Dörfer gefahren bin.“ Sobald die Landwirte dort auf dem Acker fertig seien, kehrten sie die Straßen, sagt Höppner. „Ob sie es nur aus Bequemlichkeit hier nicht machen oder es nicht für nötig halten, weiß ich nicht.“

Edeltraut Höppner ist hilflos, weil sie nicht weiß, an wen sie sich mit dieser Problematik wenden soll: „Ich habe Verschmutzungen schon an das Ordnungsamt in Rehna gemeldet, aber das hat sich nicht so dafür interessiert“, sagt sie.

Martin Kalugin vom Ordnungsamt in Rehna weist den Vorwurf des Desinteresses zurück: „Besteht eine Gefährdung, spielen wir damit nicht herum.“ Er oder ein anderer Mitarbeiter des Ordnungsamtes würden, sobald sie von Verschmutzungen Kenntnis hätten, losfahren und sich die Situation vor Ort anschauen, versichert Kalugin. Es gebe durchaus immer wieder Fälle, in denen ein Agrarunternehmen die Straße nicht säubere, doch dies sei nicht die Regel. „Viele Landwirte sind sehr diszipliniert“, sagt Kalugin. Sie würden den Schmutz im Anschluss an ihre Arbeiten ordnungsgemäß entfernen. Aber: „Wenn von einem Treckerreifen ein bisschen was abfällt, ist das noch nicht relevant“, macht er deutlich. Erst bei einer außergewöhnlichen Verschmutzung trete das Straßen- und Wegegesetz in Kraft. Dann greift das Ordnungsamt ein, wendet sich an den Verursacher und weist diesen darauf hin, die Straße umgehend zu säubern. Komme er der Aufforderung nicht nach oder ließe sich nicht feststellen wer der Verursacher sei, säubere die Gemeinde die Straße selbst, erklärt Kalugin.

Auch in Gadebusch ist die Problematik bekannt. „Man muss sehr hinterher sein“, sagt Andra Tiedemann-Olk vom Ordnungsamt. „Wir haben schon Bußgeld angedroht, aber noch nie aussprechen müssen.“ Bis zu 5000 Euro können veranschlagt werden, wenn die Verschmutzungen nicht zeitnah bereinigt werden. „Aber so hoch würden wir wohl nicht gehen“, schränkt Tiedemann-Olk ein.

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