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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 15:17 Uhr

Gadebusch : Veranstalter mit Demo zufrieden

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kundgebung mit 170 Teilnehmern gegen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung verlief friedlich. Ordner mussten nur einmal eingreifen

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 00:22 Uhr

Zwei Tage nach der friedlich verlaufenen Demonstration für die Einführung einer Einwanderungsobergrenze von Flüchtlingen ziehen die Organisatoren ein positives Fazit. 170 Menschen waren dem Aufruf von Christian Zimmermann, Holger Hempel und Mathias Abraham gefolgt und hatten sich am Sonnabend trotz Regen und kalten Winds an der Bundesstraße 104 versammelt, um ihrem Unmut über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kundzutun.

„Wir möchten uns bei den vielen Teilnehmern bedanken, die am Sonnabend dabei waren. Darüber hinaus aber auch der Polizei, die im Hintergrund für die Sicherheit aller Beteiligten gesorgt hat und bei der SVZ für die objektive Berichterstattung“, sagt Holger Hempel stellvertretend für die drei Initiatoren der Kundgebung.

Besondere Vorkommnisse gab es nach Angaben der Polizei keine. Lediglich die Veranstalter selbst mussten einmal eingreifen, als zwei Jugendliche mit offensichtlich rechts zuzuordnender Symbolik gesichtet wurden. „Nachdem unsere Ordner die beiden Jugendlichen entdeckt haben, sind sie sofort eingeschritten“, sagt Holger Hempel.

Ein Vorfall, der allerdings nicht unbemerkt blieb und der dazu beitrug, dass die so genannte „AST Recherche Gruppe Westmecklenburg“ Veranstaltung, Veranstalter, Bürgermeister Ulrich Howest und alle übrigen Teilnehmer als rassistisch einstufte. „Ich habe keine normalen oder als solche erkennbaren Bürger auf der Kundgebung gesehen“, sagt AST-Sprecher Michael Natz gegenüber SVZ. Nach dessen Angaben recherchiert die Gruppe ausschließlich in und um die rechte Szene. Die Abkürzung AST steht dabei für Antifaschistisches Späher Team.

Unter der Überschrift „Bürgermeister Howest solidarisiert sich mit besorgten Rassisten“ wird auch Ulrich Howest angegriffen. Wörtlich heißt es: „Nachdem die Teilnehmer begrüßt und zum Teetrinken eingeladen wurden, fand sich der Bürgermeister Ulrich Howest (SPD) ein, um ein paar Worte zu den besorgten Rassisten zu sprechen.“ Nach Sicht von AST solidarisierte sich Howest in seiner kurzen Ansprache deutlich mit den Veranstaltungsteilnehmern.

Die Reaktionen auf diese Vorwürfe indes lösen weitgehend Kopfschütteln aus. „Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener Menschen, die sich trotz Schmuddelwetters versammelt hatten, um offen ihre Sorgen zu äußern. Wie müssen die sich jetzt wohl fühlen?“, fragt sich Holger Hempel.

Schärfer im Ton als die Initiatoren äußert sich Ulrich Howest. „Ich habe dafür kein Verständnis. Man muss doch auch die Meinung der anderen Seite respektieren. Es steht doch jedem frei, für oder gegen eine Obergrenze in der Flüchtlingsproblematik zu sein. Wie hier von der Recherchegruppe AST vorgegangen wird, das empfinde ich als primitiv und ekelhaft. Das hat mit Demokratie nichts zu tun“, erklärte das Stadtoberhaupt von Gadebusch.

Mit Unverständnis reagiert auch Björn Griese. Der Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Kreistag von Nordwestmecklenburg war als einer von rund 50 Teilnehmern der Mahnwache am Sonnabend unweit der Haupt-Demo ebenfalls vor Ort. „Als rechtes Treiben, wie es die AST in Verbindung mit unserer Mahnwache bezeichnet, hat die Demonstration von uns Linken niemand betrachtet. Es kann immer vorkommen, dass jemand aus der rechten Ecke bei so einer Aktion auftaucht. Dass dies von den Organisatoren so gewollt war, kann man ihnen aber nicht unterstellen“, so Björn Griese.

Kommentar von Holger Glaner
Eine verdammt merkwürdige Logik
Ist ein Apfel faul, sind es die anderen auch. Und ist einer von 170 Demonstranten ein Nazi, sind es alle anderen automatisch auch. Eine verdammt merkwürdige Logik, derer sich die AST hier bedient. Da wird vom Äußeren Einzelner auf inhaltliche Werte der großen Mehrheit geschlossen. Eine Rechnung, die nicht aufgeht. Niemals.
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