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Zu viel Wasser in Gadebusch : Unter der Stadt brodelt es

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Grundwasser macht Bauarbeitern zu schaffen und sorgt für Mehrkosten und Zeitverzug beim Neubau des Regenwassersystems

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Gadebusch Fassungslos steht Wolfgang Granzlin am Rand der Grube und schaut auf das darin befindliche Wasser, das aufgrund seiner Trübung den Blick auf den Grund verwehrt. So etwas hat der erfahrene Polier bisher noch nicht erlebt. Nicht in der Intensität, nicht in der Häufigkeit. „Hier hat uns das Grundwasser einfach die von uns eingebrachte Betonsohle hoch gedrückt. Gegen diesen Druck kommt man einfach nicht an“, schüttelt der Bauarbeiter den Kopf und sagt weiter: „Jetzt muss erst einmal eine Spezialfirma kommen, die Spüllanzen einzieht, um das Wasser weg zu bekommen.“ So lange ruht der Bau.

Nicht das erste Mal seit Beginn der Bauarbeiten, die endlich Abhilfe in der angespannten Situation  der Ableitung des Niederschlagswassers bringen soll: Rohre von 80 Zentimeter Durchmesser sollen künftig die Wassermengen der Heinrich-Heine-Straße, der Roggendorfer und Ratzeburger Chaussee sowie einem Teil der Erich-Weinert-Straße bewältigen. „Wir haben gewusst, dass wir es hier allerorten mit schwierigem Baugrund zu tun haben, dass es wasserführende Schichten gibt. Dass wir alle paar Meter auf eine artesische Quelle stoßen, das konnten wir wirklich nicht ahnen“, sagt Bauamtsleiterin Rommy Elßner. Zum Teil habe das Wasser so stark gedrückt, dass die eingerammten Stahlspundwände eingedrückt wurden. Aufgrund dieser Situation hätte man die Regenwasserrohre bereits einen Meter höher verlegen müssen als geplant. Natürlich koste das mehr Zeit, die Sperrung der Straße Amtsbauhof dauere mindestens noch zwei Wochen, und vor allem mehr Geld, so die Behördenchefin. „Konkretes kann ich da aber noch nicht sagen.

Eine Million Euro waren geplant, für 800 000 Euro ist der Auftrag vergeben worden, jetzt haben wir noch etwas zusätzlich eingestellt, aber ob das reichen wird...“, so Rommy Elßner. „Es gibt schon Firmen, die freuen sich jetzt, dass sie den Zuschlag nicht bekommen haben“, sagt Wolfgang Granzin sarkastisch.

 

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