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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 13:58 Uhr

Roggendorf : Unmut über geschlossene Tanke

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Viele Einwohner möchten den beliebten Treffpunkt im Ort nicht missen. Eigentümer ist auf der Suche nach einem Nachfolger

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Seit etwa 14 Tagen ist sie dicht – einfach so. Ohne Hinweis, ohne Schild, einfach zu, die Tankstelle, die der Agrar-GmbH Roggendorf gehört. „Wir hatten hier schon Autofahrer, mit kaum noch Sprit im Tank, weil sie sich darauf verlassen hatten, dass hier die Tankstelle geöffnet hat“, berichtet Sylvia Illgen, die seit 20 Jahren das kleine Lebensmittelgeschäft ein paar hundert Meter weiter betreibt. Man hätte ja wenigstens ein Schild hinhängen können, dass die Tankstelle geschlossen ist und bleibt, meint sie kopfschüttelnd. Die Ladenbesitzerin ist selbst auch gern dorthin tanken oder in die Waschanlage gefahren und würde sich freuen, wenn wieder öffnet.

Hintergrund für die aktuelle Schließung der Tankanlage ist der Ruhestand des einstigen Tankwarts Harald Loos. „Wir haben bisher keinen Nachfolger für ihn gefunden“, erklärt Hans-Jörg Rotermann, Geschäftsführer der Agrar-GmbH Roggendorf. Man sei aber noch auf der Suche, egal ob Pächter oder Käufer. „Das große Geld ist hier natürlich nicht zu machen“, so der Eigentümer. Aber ansonsten sei alles soweit in Ordnung, die Umweltauflagen für den Betrieb wären vorhanden. Lediglich in die Waschanlage müsste etwas investiert werden, erzählt Rotermann auf SVZ-Anfrage. Aber derzeit habe er als Landwirt eh im Moment keine Zeit dafür, sich intensiv um einen Nachfolger für die Tankstelle zu kümmern. Die Ernte bereite ihm aktuell mehr Sorgen und Kopfzerbrechen.

„Ich glaube nicht, dass sich ein Nachfolger findet. Da muss viel zu viel investiert werden. Das rechnet sich in so einem kleinen Ort doch nicht“, ist Manfred Wiencke pessimistisch. Klar, für die, die dort mal eben schnell Benzin für den Rasenmäher geholt haben sei es schade, aber ob das ausreicht, meint der Rentner skeptisch.

Doch es ist lange nicht Benzin, Diesel oder die Waschanlage – die Tankstelle ist bis zu ihrer Schließung ein Treffpunkt gewesen. Hier konnten die Einwohner und auch Fremde einen Schnack halten, eine Bockwurst essen oder Kaffee trinken. Und das schon früh am Morgen, weil die Tankstelle ob der Befüllung der Landwirtschaftsmaschinen und Fahrzeuge der Gewerbetreibenden bereits um 5.30 Uhr öffnete. „Das war sehr bequem für unsere Mitarbeiter, die haben hier alle immer die Fahrzeuge betankt. Derzeit müssen sie schauen, dass sie das unterwegs zu den Baustellen irgendwo erledigen können“, sagt Chris Paulsen von der ortsansässigen Paulsen Dachdeckerei GmbH.

Bürgermeister Rico Greger würde es sehr bedauern, wenn die Tankstelle dauerhaft geschlossen bliebe. „Leider habe ich als Bürgermeister keinen Einfluss darauf. Aber es ist schon ein kleiner Standortvorteil, der dann wegfällt“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

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