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Metropolregion hamburg : Universität plädiert für Radschnellwege

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wissenschaftler untersuchten 33 Korridore und zeigen großes Potenzial auf

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 04:45 Uhr

Eine Analyse der Technischen Universität Hamburg zeigt ein großes Potenzial von Radschnellwegen in der Metropolregion Hamburg auf. Sie können helfen, Straßen und Bahnen zu entlasten und den Verkehr besser zu verteilen. Durch eine Erhöhung des Anteils an Radfahrern unter den Pendlern können zudem Lärmbelastung und Schadstoffemissionen reduziert werden, was die Lebens- und Aufenthaltsqualität gerade in Städten erhöht und dem Klimaschutz dient. Für das laufende Jahr hat der Deutsche Bundestag 25 Millionen Euro für den Bau von Radschnellwegen bereitgestellt.

Die Technische Universität Hamburg hat für 33 abstrakte Korridore in der Metropolregion untersucht, wie sich die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten verbessert, wenn Radschnellwege umgesetzt werden. Die nun vorliegende Potenzialanalyse zeigt auf, wie Radschnellwege in diesen Korridoren zu Reisezeitverkürzungen beitragen könnten. Auch mögliche Vorteile bei einer Verknüpfung von Rad und Bahn wurden analysiert.

Zwei der potenziellen Korridore sehen Wissenschaftler der Technischen Universität Hamburg auch im Landkreis Nordwestmecklenburg. Sie plädieren für Strecken von Wismar nach Schwerin bzw. Grevesmühlen.

Grundlage der Bewertung sind Daten zur Einwohner- und Arbeitsplatzverteilung sowie den Standorten von Schulen, Supermärkten und Bahnhöfen. Im Ergebnis zeigt die Studie auf, welche Korridore für Radschnellwege im Sinne von Erreichbarkeitsverbesserungen sinnvoll sind. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass ausgehend vom Wohnort, die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen etc. mit dem Fahrrad durch Radschnellwege um bis zu 75 Prozent verbessert werden kann. Die Entwicklung und Förderung von Radschnellwegen ist aufgrund ihres grenzübergreifenden Charakters eine regionale Aufgabe und ein wichtiger Baustein eines zukunftsfähigen Mobilitätssystems“, sagt Marcus Peter vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technische Universität Hamburg.

Von allen 33 Korridoren gilt es nun, diejenigen zu identifizieren, die grundsätzlich für eine vertiefte Betrachtung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie in Frage kommen. Denn zu den Ergebnissen der Potenzialanalyse kommen weitere Kriterien, die für die tatsächliche Umsetzbarkeit der Radschnellwege von Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die Finanzierbarkeit, Möglichkeiten der baulichen Umsetzung sowie die Bereitschaft der Partner in der interkommunalen Zusammenarbeit. In einem zweiten Schritt werden jetzt diese Kriterien beleuchtet und für die weitere Beurteilung der Strecken herangezogen.

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