zur Navigation springen

Unfall in Gadebusch : Ungeduld war schlechter Beifahrer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Während das Gadebuscher Rathaus evakuiert wird, kracht ein 70-jähriger Autofahrer rückwärts in ein anderes Fahrzeug

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Dumm gelaufen: Während vorn auf dem Marktplatz die freiwillige Feuerwehr am Dienstagnachmittag die Evakuierung der Stadtverwaltung aus dem Rathaus probte (SVZ berichtete), passierte nur wenige Meter hinter dem letzten von vier Einsatzfahrzeugen ein Ernstfall. Denn auf der Johann-Stelling-Straße krachte ein ungeduldiger Fahrzeugführer aus Gadebusch mit seinem Peugeot rückwärts in den Opel eines 28-jährigen Schweriners, der gerade aus der Schulstraße kam. Nur knappe drei Minuten übrigens nachdem die Wehrfahrzeuge auf dem Marktplatz eingetroffen waren.

„Weil der Unfallverursacher von der Johann-Stelling-Straße kommend wegen der blockierenden Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr den Marktplatz nicht befahren konnte, setzte dieser um 15.35 Uhr sein Fahrzeug zurück, beachtete dabei aber nicht, dass sich aus der Schulstraße ein zweites Fahrzeug näherte und stieß mit diesem zusammen“, sagt Ronni Schult vom Polizeirevier Gadebusch.

Gegen den 70-jährigen Rückwärtsfahrer wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, ein Bußgeld bis zu 100 Euro ist für diesen nun als mögliche Strafe wegen Vernachlässigung der nötigen Sorgfaltspflicht zur Vermeidung eines Unfalls beim Rückwärtsfahren drin. Denn dieser Fahrvorgang wird grundsätzlich als ein äußerst gefährlicher eingestuft, bei dem allein der Rückwärtsfahrende die Pflicht hat, alles zu vermeiden, was andere Verkehrsteilnehmer oder Sachen gefährden oder gar schädigt. Andernfalls muss sich der Fahrzeugführer laut Straßenverkehrsordnung durch eine andere Person einweisen lassen. Erschwerend hinzu kommt, dass die Johann-Stelling-Straße eine Einbahnstraße ist. Und die darf nun mal per Gesetz nicht rückwärts befahren werden.

Stellt sich nur die Frage, ob Polizei, Feuerwehr oder aber Ordnungsamt die Johann-Stelling-Straße hinter den Einsatzfahrzeugen hätten sichern müssen. „Der Einsatzort war gesichert. Das letzte Fahrzeug hatte während der gesamten Übung Blaulicht, Fahrzeugbeleuchtung und Warnblinkanlage an“, sagt Wehrführer Sebastian Otto. Darüber hinaus müsse man in solch einer Gefahrensituation an den gesunden Menschenverstand der Fahrzeugführer appellieren und darauf hinweisen, dass man in Einbahnstraßen grundsätzlich nicht rückwärts fahren darf. Den an beiden Pkw entstandenen Schaden in Höhe von geschätzten 1000 Euro müssen die Unfallgegner untereinander klären.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen