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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 12:05 Uhr

Ärger in Rehna : Unesco lehnt Martensmann ab

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Rehnaer Volksfest hat den Sprung auf die Bundesliste „Immaterielles Kulturerbe“ verpasst. Erneute Bewerbung ist aber möglich

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2017 | 04:45 Uhr

Katerstimmung in der Klosterstadt: Die Deutsche Unesco-Kommission hat die Bewerbung, das Martensmannfest in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen, abgelehnt. In dem Begründungsschreiben aus dem Hause der Kultusministerkonferenz heißt es unter anderem: „Die Experten würdigten den Beitrag des Brauches zur Beschäftigung mit der lokalen bzw. regionalen Geschichte und Identität. Die ’Wiederentdeckung’ des Martensbrauchs nach der deutschen Vereinigung wird jedoch vor allem als Initiative von staatlichen Stellen präsentiert. Eine sichtbarere Trägerschaft aus der Bevölkerung, die die Tradition aktiv praktiziert und weitergibt, wäre wünschenswert“, so das Expertenkomitee um Prof. Dr. Christoph Wulf.

Das kann Klaus-Jürgen Ramisch, Sachgebietsleiter im Fachdienst Bildung und Kultur des Landkreises Nordwestmecklenburg, nicht nachvollziehen. „Das ist doch Blödsinn! Wir haben das von öffentlicher Seite doch nur unterstützt. Außerdem hatten die Menschen nach der Wende erst einmal anderes im Kopf und auch keine Erfahrung mit solchen Dingen. Das ändert aber nichts daran, dass das Martensmannfest bei den Menschen in Rehna und der ganzen Region verwurzelt ist“, so der Kulturchef des Kreises. Die Behörde hatte die bewerbung des Amtes Rehna massiv unterstützt und begleitet. Ramisch vermutet auch, dass die Unterstützung der Bewerbung durch den ehemaligen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Björn Engholm, kontraproduktiv war.

Auch Rebekka Duge, Leiterin der Stadtbibliothek und eine der aktivsten Streiter in Kulturfragen der Stadt ist enttäuscht: „Die Begründung kann ich nicht nachvollziehen. Die Wiederbelebung dieses Brauches wurde nach der Wende von der Kulturinitiative Rehna entscheidend vorangetrieben. Was sonst bitte ist bürgerliches Engagement?!“, schüttelt Duge den Kopf. Dieser Brauch werde von den Rehnaern gelebt, sagt sie bestimmt. Am Schluss des ablehnenden Schreibens teilt die Kommission mit, dass eine erneute Bewerbung möglich sei. Dem stehen Duge, Ramisch sowie der zuständige Referent im Schweriner Kultusministerium, Dr. Karl-Reinhard Tizck offen gegenüber. „Ich denke, wir werden das in etwas abgewandelter Form noch mal angehen“, sagt auch Rehnas Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg. Es wäre schließlich sehr schade, wenn die Arbeit für die zwölfseitige Bewerbung mit Bild- und Filmaufnahmen umsonst war.


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