Brückensperrung in Kneese : Umleitung sorgt für Unmut

Im Rücken von Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann arbeiten die Bagger an der Brücke – noch immer und voraussichtlich bis März.
Im Rücken von Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann arbeiten die Bagger an der Brücke – noch immer und voraussichtlich bis März.

Kneese ist gespalten – von der Bek und dem Ärger, den die derzeit gesperrte Brücke mit sich bringt

svz.de von
05. Februar 2018, 21:00 Uhr

Aufgeschrammt, festgefahren, beschädigt – eine Umgehung für die Kneesener Anwohner fordert von deren Autos einen hohen Tribut. Der Schleichweg sollte eigentlich eine attraktive Alternative zur momentan gesperrten Brücke in Kneese darstellen. Nun verärgert er die Bürger und führt zu Missgunst innerhalb der Gemeinde.

„Dieser Weg ist nicht die offizielle Umleitung. Die wäre sehr weitläufig und zeitintensiv“, erklärt Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann. Weit mehr als 20 Minuten müsse man einplanen – wohlgemerkt nur um von einer Flussseite in Kneese auf die andere zu gelangen. „Bevor der Bau losging, habe ich mit den Bürgern gesprochen und ihnen einen Kompromiss zugesagt“, sagt der Bürgermeister. Den habe er mit dem Landkreis ausgehandelt. Bestandteil war, dass für die Kneesener eine eigene, kürzere Umgehung eingerichtet wird. Die führt über einen Feldweg und durch ein Waldstück. Die Wege sind entsprechend schwer passierbar. „Darum wollte der Landkreis den Weg befestigen, zum Beispiel mit Ausweichtaschen.“ Die Umgehung wurde eingerichtet und die Autos rollten.

Mit der Verzögerung der Brückenfertigstellung – eigentlich sollte sie zu Weihnachten geöffnet sein, nun ist Ende März als Termin angepeilt – häuften sich die Probleme. „Mir wurde von mehreren festgefahrenen Autos berichtet, einige sind sogar beschädigt“, berichtet Hans-Jürgen Hoffmann. Die Bürger verloren schnell das Vertrauen in den Weg und suchten andere Lösungen. Eine davon: Die Autos von der südlichen Seite des Flusses auf der nördlichen abstellen, im Zweifel direkt vor den Grundstücken der Nachbarn. „Das führte auch schon zu Ärger zwischen den Bewohnern, wenn zum Beispiel die Einfahrten zugeparkt werden“, so der Bürgermeister. Auch zerfahrene Rasenkanten geben Anlass zum Frust.

Dieser Zustand kann so laut Bürgermeister nicht bleiben, vor allem nicht bis März. „Der Landkreis muss handeln und den Umgehungsweg wie zugesagt passierbar machen. Das ist auch schriftlich zugesichert“, sagt Hans-Jürgen Hoffmann. Er bezieht sich damit auf ein in dem Schreiben des Landkreises verfassten Abschnitt.

Dort steht, dass der Kreis den Schleichweg täglich kontrolliert und bei Bedarf nachbessert. Angesichts tiefer Fahrrillen und der Beschwerden seitens der Bürger ein Muss.

Dies wird aktuell nicht gemacht, wie der Landkreis auf Nachfrage der SVZ mitteilt. Schuld ist das Wetter, denn angesichts der starken Regenfälle der vergangenen Monate hätte die tägliche Kontrolle kaum einen Sinn, argumentiert der Landkreis. „Wegen der Witterung wurden bereits über 400 Tonnen Schottertragschichtmaterial eingebaut und somit wesentlich mehr als geplant“, erklärt Landkreissprecherin Petra Rappen. Der Weg über die Felder soll auch nach Abschluss der Bauarbeiten noch einmal bearbeitet werden – wenn es trocken ist. Da es sich bei dem Schleichweg um keine offizielle Umleitung handelt, ist nicht, geplant bis dahin eine alternative Route zu ergründen.

Vorerst werden die Kneesener mit dem Umstand eines vom Regen gesättigten Feldwegs als Ausweichroute leben müssen.

Der Brückenbau in Kneese zieht sich voraussichtlich noch bis März in die Länge, Auswirkungen auf die Kosten des Projektes sollen aber nicht entstehen. Insgesamt soll der Bau 490 000 Euro kosten, davon 300 500 Euro aus Fördermitteln. Der Landkreis investiert insgesamt 189 500 Euro.



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