Nach Vollsperrung der L 031 : Umleitung nervt Anwohner

Bereits am ersten Tag der Vollsperrung zählte der Hoppenradener Georg Frericks 25 Lastwagen in eineinhalb Stunden, die trotz Verbots durch die engen Dorfstraßen „Alter Weg“ und „Am Dorfteich“ fahren.
Bereits am ersten Tag der Vollsperrung zählte der Hoppenradener Georg Frericks 25 Lastwagen in eineinhalb Stunden, die trotz Verbots durch die engen Dorfstraßen „Alter Weg“ und „Am Dorfteich“ fahren.

Trotz Verbots fahren 40-Tonner durch Hoppenrade bei Bad Kleinen

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13. April 2020, 05:00 Uhr

Mit Ruhe und Beschaulichkeit ist es in dem kleinen Dorf Hoppenrade, einem Ortsteil der Gemeinde Bad Kleinen, vorerst vorbei: Seit Montag, dem 30. März, verläuft eine Umleitung über die Kommunalstraße zwischen den Häusern, weil die unweit verlaufende Landesstraße L 031 derzeit voll gesperrt ist. Grund hierfür sind Bauarbeiten zur Herstellung eines straßenbegleitenden Radweges an der L 031 in Höhe von Hoppenrade. Im Zuge der Planungen wurde festgestellt, dass in einem 300 Meter langen Abschnitt der Landesstraße die Fahrbahn abgesackt ist und deshalb erneuert werden muss (SVZ berichtete). Diese kurze Umleitung durch den Ort ist jedoch nur für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht freigegeben – Lastwagen müssen diesen Bereich weiträumiger umfahren, eine Strecke ist ausgeschildert.

Überregionaler Schwerverkehr ignoriert Durchfahrverbot

„Bereits am ersten Tag haben meine Frau und ich morgens innerhalb von eineinhalb Stunden 25 Lastwagen gezählt, die durch den Ort gefahren sind und dabei teilweise im Begegnungsverkehr den neu hergerichteten Bürgersteig benutzt haben“, berichtet Georg Frericks. Der Ruheständler, der seit etwa zwei Jahren in Hoppenrade ein Eckgrundstück bewohnt, telefonierte daraufhin mit den im Nachbarort ansässigen Landwirtschaftsbetrieben, die regelmäßigen, schweren Lieferverkehr haben, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Mit Erfolg: Hier wird Rücksicht genommen und nun die offizielle, weiträumige Umleitung genutzt. Diese führt von der Kreuzung B 106/L 031, Abzweig Bad Kleinen, auf der B 106 bis Dorf Mecklenburg und von da über Lübow, Jesendorf, Ventschow nach Bad Kleinen und umgekehrt.

Allerdings hält sich der überregionale Schwerverkehr weiterhin nicht an das Durchfahrverbot, bestätigt Bad Kleinens Bürgermeister Joachim Wölm (Die Linke). „Anrufer bestätigen mir das jeden Tag“, sagt er. Zu fürchten haben Brummifahrer nicht allzu viel, wenn sie das Verbotsschild ignorieren: Nur 20 Euro Verwarngeld drohen bei dieser Ordnungswidrigkeit, wenn sie erwischt werden, war aus dem Polizeirevier Wismar zu erfahren.

Tempo 30 wird zudem oft ignoriert

Doch auch eine ganze Reihe Autofahrer, die diese Umleitung nutzen dürfen, halten sich nicht an die geltende Beschränkung – und die besagt 30 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. „Wir haben in unserem Ort erfreulich viele Kinder. Und die sind in der aktuellen Corona-Krise auch noch den ganzen Tag lang zu Hause. Im Zusammenhang mit dem nun erhöhten Fahrzeugaufkommen von vornherein schon eine ungesunde Kombination“, so Georg Frericks. Um an die Vernunft der Fahrer zu appellieren, wurde deshalb vorübergehend eine digitale Anzeigentafel aufgestellt, auf der die jeweilige Geschwindigkeit angezeigt wird.

Laut Planung des Straßenbauamts soll die komplette Baumaßnahme im Spätsommer beendet sein – die Aufhebung der Vollsperrung der L 031 ist allerdings bereits für Mitte bis Ende Mai vorgesehen.


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