Stadtbelebung : Umbau in kleinen Schritten

Ulf Bartel hat investiert:   Das Wohnhaus in der Mühlenstraße Nummer 15  wird nachgefragt. Die Altstadt  sei auch  für junge Leute attraktiv.  Fotos: volker Bohlmann
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Ulf Bartel hat investiert: Das Wohnhaus in der Mühlenstraße Nummer 15 wird nachgefragt. Die Altstadt sei auch für junge Leute attraktiv. Fotos: volker Bohlmann

Altstadt von Gadebusch entwickelt sich zum gefragten Wohnstandort / Unternehmen für Landmaschinen investiert im Gewerbegebiet

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05. März 2014, 00:00 Uhr

Der Frühjahrsputz an der Radegast ist noch einige Tage hin, aufgeräumt wird dennoch. Zumindest im Gewerbegebiet von Gadebusch läuft das Projekt Altlastbeseitigung, verschwindet mit der Bäckerei eine der größten Bauruinen (wir berichteten). Die Zukunft der Fläche bleibt ungewiss. Die Stadt hat kaum Einfluss auf Ansiedlungen. Größtes Zugmittel bleibt der mit 200 Prozent niedrige Gewerbesteuersatz. Darauf verwies gestern Bürgermeister Ulrich Howest: „Der ist für Unternehmen sicherlich attraktiv.“ Wenn auch nicht am Standort Industriestraße, dafür im Gewerbegebiet Ratzeburger Chaussee wird es eine Neuansiedlung geben. Ein Landmaschinenhersteller werde sich dort niederlassen, so das Stadtoberhaupt. Somit komme ein wenig Bewegung in die Vermarktung der Gewerbeflächen.

Die Innenstadt präsentiert sich bautechnisch wesentlich unaufgeregter. Hier investieren Bürger und Unternehmer wie Ulf Bartel. „Die Nachfragen nach Mietwohnungen sind spürbar“, sagt Ulf Bartel. Wenngleich im Zeitalter von Internethandel es Einzelhändler eher schwer haben, sich in Kleinstädten niederzulassen. Bartel sieht das Potenzial der Altstadt, als Wohnstandort: „Attraktive und gut zugeschnittene Wohnungen sind bei jungen Leuten gefragt.“ In seinem neuen Haus Mühlenstraße 15, seien vier von fünf Mietparteien junge Leute unter 30. Die Stadt Gadebusch unterstütze bei solchen Bauvorhaben nach ihren Möglichkeiten. Die Attraktivität der Kleinstadt würde sich seiner Meinung nach durch ein saniertes Schloss erhöhen: „Hier müssen mehr als Briefe an die Eigentümer versendet werden. Womöglich hilft eine persönliches Gespräch ein Stück weiter.“ Bartel ist in Gadebusch als auch Grevesmühlen unternehmerisch tätig. Im Vergleich spüre er in Grevesmühlen ein wenig mehr Zusammenhalt bei den Gewerbetreibenden.

Mehr geht immer, betont ebenso Ulrich Howest. Er sieht die Stadt in Fragen Konzeptentwicklung und Aktionen aber als „Moderator, denn finanziell könne eine Kommune sich nicht an solch einem Prozess beteiligen.“ Hauptakteure müssten die Unternehmen und Geschäftsleute sein, „die ihr eigenes Konzept schreiben“.

Infrastrukturell sehe es in Gadebusch nicht schlecht aus. Mit neuen Straßen, neuem Busbahnhof und einem neuen Hort am Burgsee hätte die Kommune ihre Hausaufgaben gemacht. Ulrich Howest: „Jede Interessengruppe sollte sich artikulieren. Wir schauen gern, wo wir behilflich sein können.“


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