Aktion : Überraschende Kunst vom Lande

Mück Kröbler-Reh (v.l.), Nicole Bowe und Monika Reh stellen in Roggendorf aus.  Fotos: manja nowitzki
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Mück Kröbler-Reh (v.l.), Nicole Bowe und Monika Reh stellen in Roggendorf aus. Fotos: manja nowitzki

Utecht ist das erste Mal bei der Aktion „Dörfer zeigen Kunst“ dabei / Besucherandrang in der Gläsernen Molkerei Dechow

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09. August 2015, 23:47 Uhr

Was ist Kunst? Wo fängt sie an? Wo hört sie auf? Darüber lässt sich bekanntermaßen trefflich diskutieren. Und am vergangenen Wochenende konnten Kunstinteressierte Stoff für neuen Diskussionen sammeln. Für „Dörfer zeigen Kunst“ stellten rund um die Schaalseeregion, die Wakenitz-Niederung und den Ratzeburger See Hobbykünstler und der eine oder andere professionelle Künstler aus, was ihnen die Inspiration zuvor eingeflüstert hatte.

Und zu sehen gab es einiges. Im alten Pfarrhaus in Roggendorf hingen Fotografien von Nicole Bowe, Installationen von Monika, bekannt als Mück, Kröbler-Reh aber auch Malereien. Mück Reh sagt über ihre Arbeit, „ich liebe rostige Sachen sehr“. Daraus schraubt sie kleine Objekte, wie Vögel zusammen. Gemeinsam mit ihrer Frau, Monika Reh, betreibt sie den Storchenhof in Nesow-Dorf. Auch sie stellt in der alten Pfarrei aus.

Ein paar Kilometer weiter in Dechow ist am ersten Nachmittag schon ordentlich was los. Auf der Empore der Gläsernen Molkerei wird der Besucher von schaurig dunklen Masken empfangen. Polsterer Mario Pahnke, Künstlername Heedeknecht, hat sie aus Leder von alten Stühlen hergestellt. Heedeknecht ist aber wohl das, was man gemeinhin einen Tausendsassa nennen kann. Denn er hat auch eine Eiermalmaschine aufgebaut. Dazu wird ein Gänseei in eine Vorrichtung eingespannt. Daran ist ein Stift angebracht. Mit welchem Muster das Ei dann verschönert wird, steuert ein Computer. Die Molkerei ist seit drei Jahren Ausstellungsort für Dechow und zeigt in diesem Jahr auch Werke von Nando Kallweit und Thomas Plum. Er male sich beruflich durch alle Epochen der Kunstgeschichte und tue das in seiner Freizeit auch, erzähltPlum. Bei ihm zu Hause hängen Picasso oder Monet an der Wand. Wer kann schon damit aufwarten? Plum hat sie, natürlich, selbst gemalt. Orignalgetreu, wie er sagt. In Dechow hängen unter anderem seinen Monet oder Miro an der Wand. Auf diesem Bild hat er sich dann als Betrachter gleich selbst verewigt.

Besonders spannend war es am Sonnabend in Utecht. Wie viele Besucher werden wohl kommen? Die Gemeinde nahm das erste Mal an der Aktion teil und kann die Premiere als Erfolg verbuchen. „Es ist den ganzen Tag schon voll“, sagt Claudia Ellmann-Lorenzen. In Utecht wurde es politisch. Armin Junghardt zeigt Metallskulpturen, die sehr eindrücklich mit Krieg und Nationalsozialismus abrechnen. Carita Syed Ali Gedichte entstanden vor 25 Jahren und setzen sich mit der Gesellschaft auseinander. „Sie lagen sie in meiner Schublade“, sagt sie. „Aber sie sind erschreckend aktuell.“

Das und noch viel mehr ist noch bis zum 31. August in den Ausstellungsorten der Aktion „Dörfer zeigen Kunst“ zu sehen. Geöffnet ist jeden Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr.

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