Streuner in Not : Überfüllt: Katzen auf der Toilette

Tierheimleiterin Annette Herbing  muss selbst Katzen auf der Toilette unterbingen. Es ist kein Platz mehr.
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Tierheimleiterin Annette Herbing muss selbst Katzen auf der Toilette unterbingen. Es ist kein Platz mehr.

Roggendorfer Tierheim versorgt derzeit 65 Katzen

svz.de von
04. Dezember 2014, 00:58 Uhr

Weiß, braun und schwarz gefleckte Kätzchen präsentiert Roggendorfs Tierheimleiterin Annette Herbing in einer der Toilettenräume, die eigentlich für die Mitarbeiter gedacht sind. Doch jetzt bewohnen die fünf Katzen, eine Mutter mit vier Jungen, dieses Gebiet. „Wir sind mit derzeit 65 Katzen restlos überfüllt. Nichts geht mehr“, erzählt Annette Herbing. Eigentlich, so sagt sie, ist bei 40 Katzen Schluss. Doch immer im Frühjahr und Herbst werden plötzlich dutzende Katzen abgegeben.

Schon wieder klingelt es an der Tür. Ein 13-jähriger Gadebuscher steht vor der Tür, hat eine Katze mit Halsband in einem Karton in der Hand. „Die habe ich bei uns im Garten gefunden“, beteuert der Gadebuscher. Er wolle die Katze abgeben. Doch Annette Herbing ist rigoros und gibt dem Jugendlichen eine Abfuhr. „Es tut mir wirklich leid, aber wir haben keinen einzigen Platz mehr für Katzen. Wir müssen schon beim eigenen Toilettengang darauf achten, dass wir die Katzen nicht verletzen“, erklärt sie und rät dem Katzenfinder, es in einer Gadebuscher Tierpension zu versuchen.

Derartige Aktionen gibt es in diesen Tagen täglich im Roggendorfer Tierheim. Immer wieder müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Finder mit den Katzen vertrösten. Nicht jeder versteht das, weiß selbst nicht, wohin mit den Tieren. „Aber wir können nicht anders. Es wäre natürlich toll, wenn wir schnellstmöglich einige Katzen vermitteln könnten. Mal sehen, ob das klappt“, sagt Tierheimleiterin Annette Herbing.

Die macht gleichzeitig noch einmal für den jährlichen Gabentisch am kommenden Sonnabend, 6. Dezember, aufmerksam. Dann wird es eine Tombola, einen Flohmarkt und auch Kaffee und Kuchen für die Interessierten geben. „Es wäre schön, wenn wir an diesem Tag einige Spenden bekommen würden“, sagt die Tierheimleiterin und rechnet vor: „Eine Katze braucht pro Tag eine Dose Futter. Das können sie bei 65 Katzen ja mal hochrechnen.“ Deshalb bittet sie die Besucher um Spendengelder sowie Dosen- und Trockenfutter für Katzen. Auch für die gut 35 Hunde ist Dosenfutter rar. Was das Tierheim derzeit genug hat, ist Hundetrockenfutter. „Davon bitte keines mehr mitbringen“, sagt Annette Herbing. Los geht es am Sonnabend um 11 Uhr.

Tierheim Roggendorf:


Gabentisch
Der Gabentisch wird vom Roggendorfer Tierheim am Sonnabend von  11 bis 16 Uhr durchgeführt.
Seit dem Jahre 2000 werden hier Hunde, Katzen und manchmal auch Exoten gepflegt und wieder aufgepäppelt. Im Jahre 2005 erhielt das Tierheim den Preis des Landwirtschaftsministeriums für die Führung eines besonders artgerechten Tierheimes. mata

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