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Mut-Tour Klein Hundorf : Über Stock und Stein ans Meer

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In Klein Hundorf brachen Wanderer zur Mut-Tour auf und wollen die Enttabuisierung des Themas Depression wieder ein Stück vorantreiben.

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erstellt am 25.Aug.2017 | 04:45 Uhr

Sie wollen ans Meer: Teilnehmer der Mut-Tour, die die Enttabuisierung des Themas Depression wieder ein Stück vorantreiben wollen. Gestern sind sie von Klein Hundorf aus gestartet und wollen bis Montag ihr Ziel nahe Wismar erreichen. Unterwegs sind sie auf Schusters Rappen und haben zwei Packpferde an ihrer Seite.

Einer, der sich von Klein Hundorf aus mit auf die Wanderung begab, ist Jürgen Malisi aus Lüneburg. Der 55-Jährige war schon bei der ersten Tour dieser Art im Jahr 2012 dabei. Damals radelte er mit einem Tandem durch einen Teil Deutschlands. Jetzt will er rund 95 Kilometer wandern – egal ob es regnet oder die Sonne scheint.

Malisis Anliegen ist es, das Thema Depression in die Öffentlichkeit zu tragen. „Egal wo ich bislang in Deutschland unterwegs war, bei Gesprächen wurde oft deutlich, dass viele Menschen zwar schon in Kontakt mit dem Thema Depression gekommen sind – ob in der eigenen Familie, bei Kollegen auf der Arbeit oder bei Sportkameraden.“ Deutlich sei aber auch geworden, dass das Thema Depression leider oftmals noch immer unter einem Deckmäntelchen gehalten werde – auch wenn in den vergangenen Jahren bereits viel Positives erreicht wurde.

Begleitet wird der Lüneburger von Wanderinnen aus Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg. Zudem ist die Klein Hundorferin Gunta Zvidrina mit den Packpferden „Vulkan“ und „Talia“ dabei. Sie ist eine Art Scout und lotst die Teilnehmer der Mut-Tour zu den einzelnen Etappenzielen, wie gestern nach Sievershagen oder heute ins Steinzeitdorf Kussow. Von dort wollen sie morgen weiter marschieren – immer weiter Richtung Ostsee.

Durch ein tiefes Tal musste der Lüneburger Jürgen Malisi einst selbst gehen. Das war 2011, als er seinen Einbruch erlebte. Dank professioneller Hilfe, Aufenthalten in einer Klinik und Tagesklinik kämpfte er sich aus dem Tal heraus. Dann erfuhr er 2012 aus einer Zeitung von der Mut-Tour und machte spontan mit. Nur zwei bis drei Wochen zuvor hatte er die Tagesklinik verlassen.

Inzwischen ist er zum dritten Mal bei der Tour dabei und will einmal mehr anderen Menschen Mut machen und die gesellschaftliche Enttabuisierung des Themas Depression wieder ein Stück vorantreiben. Rückenwind bei der Mut-Tour erhalten die Teilnehmer auch von Prominenten, wie von Willi Lemke, dem Sonderberater des UN Generalsekretärs für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung. Er ist seit 2012 Schirmherr der Aktion und stellt klar: „Depressionen sollten kein Tabu sein und in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden.“

 

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