naturnah : Turmfalke kann in der Luft „stehen“

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Die Biosphärenreservatsverwaltung hat in den vergangenen Jahren vier ausrangierte Trafostationen zu Artenschutzstationen umgebaut

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21. August 2015, 23:46 Uhr

Der junge Turmfalke auf dem Foto wurde bei einem ungewöhnlichen Mahl fotografiert – er verspeist gerade eine Zauneidechse. Normalerweise stehen in unseren Breiten Kleinsäuger wie Wühlmäuse und echte Mäuse, in Städten gern auch Jungvögel, auf dem Speiseplan der Vögel. Jetzt im Spätsommer, während der Erntezeit, ist für die Turmfalken der Tisch reich gedeckt.

Häufig sieht man sie jetzt im Rüttelflug über abgeernteten Getreidefeldern nach Mäusen spähen. An dieser ganz speziellen Flugform, bei der der Vogel mit sehr schnellem Flügelschlag über einem bestimmten Ort in der Luft „steht“, kann man den Turmfalken gut von anderen Greifvögeln unterscheiden. Nur der wesentlich größere Mäusebussard beherrscht ebenfalls diese Art des Jagdfluges.

Die abwechslungsreiche Kulturlandschaft des Biosphärenreservates Schaalsee entspricht den Lebensbedingungen des Turmfalken auf optimale Weise. Entsprechend häufig und erfolgreich brütet er in unserer Region. In dem Nistkasten an der Schlagsdorfer Kirche wurden in diesem Jahr vier Jungvögel flügge, im Zarrentiner Kloster waren es mindestens zwei. Aber auch in anderen Orten des Biosphärenreservates gab es erfolgreiche Bruten. Bereits der Name macht deutlich, dass der Turmfalke gern auf menschlichen Bauwerken nistet. In anderen Regionen wird er auch als Mauer-, Dom- oder Kirchenfalke bezeichnet.

Die Biosphärenreservatsverwaltung hat in den vergangenen Jahren vier ausrangierte Trafostationen zu Artenschutzstationen umgebaut. Sie wurden mit Nisthilfen für Fledermäuse, Schwalben, Eulen und den Turmfalken ausgestattet. Mehrmals haben Turmfalken bereits erfolgreich in diesen Nistkästen gebrütet, in diesem Jahr allerdings nicht.

Die wissenschaftliche Artbezeichnung Falco tinnunculus bezieht sich auf den Ruf des Turmfalken. Tinnunculus heißt „klingend“ oder „schellend“ und beschreibt gut sein schrilles ti ti ti ti ….. Beobachten kann man die eleganten Vögel in unseren Breiten übrigens zu das ganze Jahr über. Nur in sehr kalten und schneereichen Wintern weichen die Vögel nach Süden aus.

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