zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 22:50 Uhr

Gadebusch : TSG-Konzept gegen Extremismus

vom

Die TSG Gadebusch hat am Montag verschiedene Maßnahmen gegen Extremismus beschlossen. Dazu gehört auch die Auflage, keine Schweigeminuten abzuhalten, wenn der Vorstand diese nicht vorher abgesegnet hat.

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2013 | 10:28 Uhr

Gadebusch | Präventionsarbeit mit Hilfe der Mobilen Beratungsstelle des Landessportbundes oder der Schulsozialarbeiterin beim jährlich stattfindenden Vereinsfest. Schulung der Trainer und Betreuer vor dem Saisonstart, damit diese richtig reagieren können, wenn Fälle von Extremismus auf und neben dem Spielfeld oder beim Training vorkommen. Keine Durchführung von Aktionen wie Schweigeminuten, wenn der Vorstand dies nicht vorher beschlossen hat. Diese Maßnahmen im Kampf gegen Extremismus hat die Führungsriege der TSG Gadebusch auf ihrer Vorstandssitzung am Montag beschlossen und das Konzept gleich zu Papier gebracht. Damit hat der Verein auch umgehend eine Auflage in die Tat umgesetzt, die ihr im Zuge der nur wenige Minuten vorher abgehaltenen Hauptausschusssitzung der Stadt Gadebusch auferlegt wurde.

Wie kam es dazu, dass bei der Landesliga-Fußballpartie TSG Gadebusch gegen Dynamo Schwerin am 26. Mai eine Schweigeminute für einen verstorbenen Fan des Fußballteams Dynamo Schwerin abgehalten wurde, der mehrfach vorbestraft war und als Anhänger der rechten Szene galt? Diese Frage beschäftigte den achtköpfigen Hauptausschuss der Stadt Gadebusch, der deshalb auch Vertreter des größten Gadebuscher Sportvereins zur Information und Diskussion eingeladen hatte. Mit Rolf Lemcke, Uwe Helms, Maik Kurow und Maik Freitag war fast der gesamte Vorstand anwesend, um Stellung zu diesem Vorkommnis zu nehmen, das der TSG viel Kritik eingebracht hatte (SVZ berichtete). "Wir wurden auf dem linken Fuß erwischt", sagte Rolf Lemcke, kommissarischer Vorsitzender der TSG. Drei Minuten vor Spielbeginn sei Dynamo mit dem Vorschlag, eine Gedenkminute für den Dynamo-Fan abzuhalten, an die TSG herangetreten. "Der Fokus lag bereits auf dem Fußballspiel. Wir haben die Situation überhaupt nicht richtig eingeschätzt", ergänzte Maik Freitag, Trainer der Erstvertretung und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Verein. Lemcke fügte hinzu, dass der Verein diesen Vorfall sehr bedauere "und wir daraus unsere Lehren ziehen werden."

Schulsozialarbeiterin Judith Keller, die ebenfalls der Einladung der Stadtvertretersitzung gefolgt war, bedauerte hingegen, dass sich der Verein erst spät zu den Ereignissen geäußert und klar Position bezogen habe. "Ich hätte mir eine schnellere Reaktion gewünscht - und nicht nur auf Facebook. Der Zeitabstand war zu groß", bemängelte Keller. Ihr sei aber auch klar, fügte sie hinzu, dass die TSG nicht rechtsextremistisch sei.

Dieser Meinung waren auch die Stadtvertreter, die dem Verein eine gute Arbeit bescheinigen, als auch Kulturausschussvorsitzender Jörg Möller. "Der Verein ist auf dem falschen Fuß erwischt worden und ich habe keine Kenntnis von rechtsradikalen Tendenzen bei der TSG", so Möller, der auch keinen Grund sehe, die vorgesehenen Fördermittel der Stadt nicht an den Verein auszureichen. Diesen Vorschlag ließ sich Möller von den Stadtvertretern auch abnicken und forderte den TSG-Vorstand auf, ihm schriftlich mitzuteilen, welche Konsequenzen der Verein aus diesem Vorkommnis ziehen wolle. Ausschussvorsitzender Ulrich Howest betonte, dass so etwas nicht mehr vorkommen dürfe. "Das wäre fatal", sagte Howest, der aber auch nicht vergaß, dem Verein zum Landesmeister-Titel zu gratulieren, den die Gadebuscher Kicker am vergangenen Wochenende feiern konnten. Und während der Hauptausschuss weiter tagte, machte der TSG-Vorstand schon seine Hausaufgaben und brachte das Konzept gegen Extremismus zu Papier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen