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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 23:29 Uhr

Benzinpreise : Trotz niedriger Preise kaum Zulauf

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Seit Wochen purzeln die Benzinpreise in den Keller, doch das Tankverhalten hat sich damit kaum geändert

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2015 | 20:45 Uhr

„Wenn die Preise hoch sind, dann schimpfen viele, aber es ist auch niemand in letzter Zeit in die Tankstelle gekommen und hat sich gefreut, dass der Sprit seit nun mehreren Wochen billiger ist“, sagt Marco Weber, Geschäftsführer einer Tankstelle in Gnoien. Seine Frau Diane Junker leitet die Nordoel-Tankstelle in Grevesmühlen – auch dort ist von einem höheren Zulauf durch die niedrigeren Preise nichts zu merken. „Das hat sich eingepegelt“, erklärt der 47- Jährige. Niedrigere Preise würden nicht bedeuten, dass auch mehr getankt würde, so Weber.

Das zeigt sich ebenso an der Hem-Tankstelle in Gadebusch. „Unsere Stammkunden tanken voll und das war’s“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. Viele neue Kunden würden durch das Zapfsäulen-Tief nicht gewonnen werden. „Man fährt ja nur wegen günstiger Benzinpreise nicht automatisch mehr Kilometer“, meint ein Kunde, der an der Hem seinen metallic-roten Golf volltankt. Eine Veränderung des Tankverhaltens sehe er bei sich selbst nicht. „Ich hab auch vorher schon geschaut, an welchem Wochentag Diesel besonders günstig ist. Im letzten Jahr war das montags, jetzt hat sich das meinem Gefühl nach auf die Wochenmitte verschoben“, meint er.

Auch im gesamten Jahresverlauf würde es immer wieder Stoß-Tankzeiten geben, heißt es aus der Hem weiter. Vor den Weihnachtsfeiertagen hätte es, bedingt durch die bevorstehende Reisezeit , kurzzeitig mehr Tanker gegeben, doch auf die Niedrig-Spritpreise sei das nicht zurückzuführen.

Wie eine Art Glücksspiel beschreibt eine Mitarbeiterin der Gadebuscher Aral-Tankstelle das Hoch und Runter der Preise: „Noch vor einem halben Jahr hätte niemand damit gerechnet, dass sich die Benzinpreise erholen, nach unten gehen und sich dort einpegeln“, meint sie.

Freitag, 14 Uhr: Der Liter Diesel liegt bei 1,12 Euro. „Das ist mir schon wieder fast zu teuer“, sagt Johanna Krüske, die sich an einen Dieselpreis zwischen 1,07 und 1,09 Euro gewöhnt hat. „Deswegen tanke ich jetzt nur zehn Euro rein, um meine Besorgungen erledigen zu können. Heute Abend werd’ ich dann volltanken, dann ist Sprit ja meistens günstiger“, meint sie. Einen plötzlichen Preisanstieg erwarte sie zwar nicht, „aber wenn es so günstig ist, weiß man nie, ob das auch morgen noch so bleibt.“

Einen erneuten Anstieg der Preise sieht Marco Weber erst in entfernter Zukunft. „Saudi-Arabien drosselt die Ölmengen“, sagt er. Gleichzeitig ist die Frage am Markt verhalten „Dadurch bleiben die Preise erstmal stabil“, zeigt er sich zuversichtlich. Weniger optimistisch zeigt man sich bei Aral in Gadebusch. „Eine wirkliche Prognose ist schwer.“

Der Preiskampf wird also weiter Tag für Tag in eine neue Runde starten, wenn auch weit unter dem Niveau des Sommers 2014. Ein Liter Superbenzin E10 ist derzeit für weniger als 1,30 Euro im Bundesdurchschnitt zu haben. Der Dieselpreis beträgt derzeit im Durchschnitt knapp 1,20 Euro, das entspricht einem Stand wie zuletzt im März 2010.

„So genannte A-Tankstellen wie Aral, Shell und Esso liegen zumeist noch einen Cent höher bei den Preisen, wenngleich B-Tankstellen ihnen teilweise im Service - für den dann mitgezahlt wird - in nichts nachstehen“, meint Marco Weber. Diesen Service möchten der Geschäftsführer und seine Frau auch ihren Kunden garantieren. „Ein guter Service gehört zum Tanken dazu“, meint er. Und wenn schon nicht günstigere Sprit-Preise die Kunden anziehen, dann müsse man mit Service punkten.

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