Spionage : Trojaner in falschen Rechnungen

Gefälschte Rechnung werden derzeit wieder von Online-Kriminellen verschickt, warnt die Deutsche Telekom.
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Gefälschte Rechnung werden derzeit wieder von Online-Kriminellen verschickt, warnt die Deutsche Telekom.

Leser aus Lützow und Gadebusch erhalten Mails von angeblichen Telefonanbietern. Online-Kriminelle wollen Bankdaten ausspionieren

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27. November 2014, 06:00 Uhr

Das Geschäft mit gefälschten Telefonrechnungen blüht und weitet sich aus. So haben nun auch Gadebuscher und Lützower angebliche Rechnungen von Telefonanbietern per E-Mail erhalten. Das Perfide: Bei einem falschen Mausklick fangen sich die Computerbenutzer eine Schadsoftware ein. „Denn die falschen Rechnungen enthalten einen Trojaner, der Passwörter fürs Online-Banking abgreifen kann. Diese Mails sollten am besten sofort gelöscht werden“, sagt Alexia Sailer von der Deutschen Telekom auf SVZ-Anfrage.

In den fingierten Mails befindet sich ein Link, hinter dem sich eine als PDF getarnte ausführbare Datei verbirgt. Diese Datei enthält den Schadcode. Er ermöglicht, dass der Rechner von Online-Kriminellen ferngesteuert werden kann.

Im Zuge dieser Betrugswelle werden nicht nur falsche Telekom-Rechnungen versendet. Die Kriminellen gaukeln den Menschen auch vor, Mails von Vodafone Online erhalten zu haben. Gleich zwei solcher Mails landeten im elektronischen Briefkasten eines Lützowers. Darin aufgelistet sind vermeintlichen Rechnungsbeträge in einer Gesamthöhe von 518 Euro und 24 Cent. Blau markiert und hervorgehoben ist in den Mails die angebliche Mobilfunkrechnung, hinter der sich die Schadsoftware verbirgt.

In seinem Fall verbergen sich hinter dem angeblichen Telefonanbieter offenbar Absender aus Deutschland, Bosnien und der Türkei. Darauf lassen die Internet-Länderkennungen der E-Mail-Adressen schließen. Weitere fingierte Telefonabrechnungen haben Nordwestmecklenburger vermutlich aus Ungarn erhalten.

Wer den Download-Link angeklickt hat, sollte umgehend überprüfen, ob sein Rechner mit der Schadsoftware befallen ist. Die Deutsche Telekom empfiehlt, möglichst mit mehreren verschiedenen Virenschutz-Programmen eine Vollprüfung aller Dateien auf der Festplatte durchführen. Diese Vollprüfung sollte nach wenigen Tagen wiederholt werden. Weitere Tipps gibt es auf www.botfrei.de.

Zu erkennen sind die gefälschten Telefonrechnungen daran, dass die individuelle Buchungskontonummer nicht enthalten ist. Darüber hinaus fehlt bei Privatkunden die persönliche Ansprache unter Nennung des korrekten Kundennamens.

Auch die Polizei rät Betroffenen, solche Mails sofort zu löschen. Wer beispielsweise kein Kunde des vermeintlichen Telefonanbieters sei, sollte solche E-Mails erst gar nicht öffnen, rät Andre Falke von der Polizeiinspektion Wismar. Wer unsicher ist, kann die Polizei einschalten und gegebenenfalls Anzeige erstatten.

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