Flohmärkte : Trödeln nach Herzenslust

Hanne Rudloff kommt zu jedem Flohmarkt nach Stöllnitz. Der nächste findet am 15. November statt.
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Hanne Rudloff kommt zu jedem Flohmarkt nach Stöllnitz. Der nächste findet am 15. November statt.

In Stöllnitz, Lützow und Roggendorf kamen Trödel-Freunde an diesem Wochenende voll auf ihre Kosten

svz.de von
03. März 2014, 00:00 Uhr

Es ist noch nicht einmal Mittag, da hat Greta ihr Ziel erreicht: An ihrem Stand auf dem Flohmarkt der Stöllnitzer Landfrauen hat sie am Sonnabend genug Geld eingenommen, um sich endlich diese eine Musik-CD zu kaufen, die sie sich wünscht. Gemeinsam mit ihrer Mutter Maret Gerdes hat die zehnjährige Gadebuscherin einen Stand im Stöllnitzer Dorfgemeinschaftshaus aufgebaut. Seit sieben Jahren seien sie jedes Jahr dabei, erzählt Maret Gerdes.

Während Greta ausrangierte Spielsachen und Puppen verkauft, bietet ihre Mutter Kinderbekleidung und Dekoration an. „Die Atmosphäre hier ist sehr angenehm, viele Kunden kommen jedes Jahr. Die Leute sind sehr entspannt, oft entstehen schöne Gespräche“, erzählt sie.

Auch Hanne Rudloff ist jedes Jahr dabei, seit dem ersten Markt im Jahr 2007. Gestrickte Mützen und Schals, Eierwärmer aus Filz, kleine Engelchen – bei ihr ist alles selbst gemacht. Und während Rudloff hinter ihrem Stand sitzt, arbeitet sie bereits an einem neuen Stück: einem ganz besonderen Schal. „Die neueste Mode“, so viel verrät sie. Um die 35 Stände, erzählt Heidrun Rickert, Vorsitzende der Stöllnitzer Landfrauen, seien auch in diesem Jahr zusammengekommen. Schon früh waren die ersten Kunden da. „Viele kommen wegen unseres Cafés. Und einige vorrangig wegen des Steckrübeneintopfs“, sagt sie und lacht.

Einige Kilometer weiter, in der Mensa der Lützower Schule, zahlt sich die wochenlange Vorbereitung von Margitta Müller und Rita Pusch aus: Etwa 30 Verkäufer und etliche Kunden sind am Sonntagmorgen zu ihrem Flohmarkt gekommen. Im fünften Jahr veranstalten die beiden ihren Trödel, stets einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Auf die Idee seien sie gekommen, weil sie selbst gerne Flohmärkte besuchen und einen Treffpunkt für die Menschen aus der Gegend schaffen wollten, erzählt Margitta Müller. Und weil sie etwas für den guten Zweck tun wollten: Was nach Abzug der Kosten übrig bleibt, zahlen sie auf ein Spendenkonto für den Bau eines Spielplatzes im Lützower Neubaugebiet. Und: Traditionell erhalten Klassen der Schule die Möglichkeit, im Café selbst gebackenen Kuchen zu verkaufen, um ihre Klassenkasse aufzubessern. „Die Kinder machen das immer ganz toll“, so Müller.

Auch Nicole Mählmann hilft mit ihrem Kindersachenflohmarkt, der gestern an der Roggendorfer Schule stattfand: 15 Prozent des Erlöses spendet sie an die Kita Roggendorf. Kinderkleidung in den Größen 50 bis 158 liegt auf langen Verkaufstischen aus, im Nebenraum gibt es Spielsachen. Die ersten Kunden waren bereits um viertel vor acht, fünfzehn Minuten vor Beginn, da. „Der Zuspruch ist immer gut.“

Den Verkauf erledigt Mählmann gemeinsam mit ihren Schwestern. „Die Leute bringen mir ihre ausgepreisten Sachen, bekommen eine Verkaufsnummer und ich sortiere dann alles nach Größen“, so Mählmann. Was nicht verkauft wird, wird zurückgegeben. Auf die Idee sei sie gekommen, weil sie selbst so viele kaum getragene, schöne Kleidungsstücke ihrer Tochter abzugeben gehabt habe. „Irgendwann weiß man nicht mehr, wohin mit den Sachen. Ich bin froh, wenn ich etwas verkaufen kann und mir macht es Spaß.“


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