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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 12:05 Uhr

Zweckverband Holdorf : Trinkwasser ohne Belastung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zweckverband veröffentlicht Analyse: Nitrat deutlich unterm Grenzwert / Landwirtschaft sieht punktuell mögliche Altlasten als Problem

von
erstellt am 16.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Steigende Nitratbelastung im Grundwasser. Daraus resultierende, höhere Aufwendungen der Wasserreinigung und Kosten für die Verbraucher – im Land wird über die Qualität des Trinkwassers diskutiert. Im Bereich des Zweckverbandes Radegast bleibt der Versorger gelassen. „Unser Trinkwasser ist ohne Belastung“, sagt Dirk Fröhling, Technischer Leiter beim kommunalen Versorger mit Sitz in Holdorf.

Die gestern vorgelegte, aktualisierte Trinkwasseranalyse attestiert allen vier Brunnen (Carlow, Rehna, Groß Brütz, Perlin) beste Wasserqualität. Der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter wird nicht überschritten. Die Werte liegen mit 1,19 in Rehna, in Carlow 0,64, Groß Brütz 1,60 und Perlin bei 1,64 Milligramm je Liter Trinkwasser sehr niedrig. „Unsere Brunnen liegen unter einer Deckschicht. Wir fördern aus Tiefen von 80 bis 130 Metern unser Trinkwasser“, so Fröhling. Sämtliche Werte veröffentlicht der Zweckverband über seine Internetseite.

Am Dienstag stellte das Umweltbundesamt eine Studie vor, wonach 27 Prozent der Grundwasserleiter mit Nitrat belastet sind. Die daraus resultierende, öffentliche Debatte verfolgen Fröhling und Geschäftsführerin Claudia Westphal sehr genau. Schließlich habe beim Zweckverband Radegast die Trinkwasserqualität oberste Priorität. Allerdings gestalte sich die Zusammenarbeit zwischen Wasserversorger und der Landwirtschaft schwierig, so Westphal im Gespräch mit der SVZ. „Auf die Novellierung der Düngemittelverordnung wurde seit Jahren gewartet“, so Westphal weiter.

Seit wenigen Tagen ist sie in Kraft. Vor allem die Landwirtschaft steht durch hohen Düngereinsatz und einhergehende Nitratbelastungen der Gewässer in der Kritik. Ursächlich ist dabei u.a. das Ausbringen von Gülle, die insbesondere in den oberen Grundwasserleitern zu erhöhten Nitratwerten führt.

Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg kennt die Problematik. Allerdings unterscheidet sie deutlich zwischen belasteten Wirtschaftsräumen in Niedersachsen und Westmecklenburg: „Anders als in den Nachbarländern verfügen wir hier über geringe Tierbestände. Somit gibt es bei uns kein Gülleproblem.“ Altlasten von Abwässern und Industrie seien da schon eher problematisch. „Der Wasserleiter zwischen Roggenstorf und Köchelstorf wurde nach Überprüfung als belastet eingestuft, erhielt eine rote Kennzeichnung“, so Böttcher. Allerdings verfüge niemand im Bereich über größere Tierbestände. Im Boden gebe es dafür Geschiebe- und Mergelschichten, die das Grundwasser halten. „Bei einer Wannenbildung, in der sich das Wasser sammelt, sind höhere Nitratwerte von über 50 Milligramm je Liter wahrscheinlich“, so Böttcher weiter. Die vier vorhandenen Messstellen zwischen Köchelstorf und Roggenstorf seien bislang nicht ausreichend für eine aussagekräftige Bewertung. Das Land wolle nun nachrüsten.

Die Folgen der Nitratbelastung sind spürbar. Böttcher: „Obwohl wir nicht Verursacher sind, gelten strengere Düngeregeln, verstärkte Kontrollen, sind Bodenproben zu nehmen.“ Den übermäßigen Einsatz von Dünger schließt Böttcher bei den Berufskollegen aus: „Die Zufuhr von Stickstoff durch Düngemittel nehmen die Landwirte sehr genau, richten sich nach der Vegetation und den Vorgaben.“ Grundsätzlich werde die Landwirtschaft zur Sicherung der Erträge nicht ohne Düngemittel auskommen. Man dürfe die Ernährungsfragen regional und im Welthandel nicht aus dem Blick verlieren. Petra Böttcher sprach sich zudem für einen engeren Austausch zwischen Landwirtschaft und Wasserversorgern aus.

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