Dorf Nesow : Treffen der Bloodhound-Fans

 Züchterin Martina Gywnow aus Berlin mit den Bloodhound-DamenBijana, Amelie und Ella.
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Züchterin Martina Gywnow aus Berlin mit den Bloodhound-DamenBijana, Amelie und Ella.

Hundefreunde aus ganz Deutschland steuerten den Storchenhof an

svz.de von
02. Juli 2014, 01:00 Uhr

Das war ein Gewusel und Geschnüffel, dass die markanten Gesichtsfalten und die großen Ohren nur so flogen: Neun Blodhounds  und vier ihrer krummbeinigen Vettern, Basset Hounds, waren zu Gast auf dem Storchenhof Nesow.  Rüde Luis verliebt sich vom Fleck weg in die hübsche Junghündin Amelie, weicht ihr kaum noch von der Seite. Der rot-weiße Basset Buddy, aufstrebender Zuchtrüde von Familie Schlumm, schlendert, die langen Ohren ebenso wie die Nase eng am Boden,  über den Hof. Wie alle Bassets wirkt er, als hätte  er einen Auftrag zu erledigen, der seine volle Konzentration fordert. Kollegin Trudy bleibt lieber in Reichweite von Frauchen Anja,  die ihr  liebevoll-tollpatschig die Lefzen zottelt.

„Ich habe noch nie so viele Bloodhounds auf einmal gesehen“, schwärmt Anja Bernhardt. Wie alle anderen kann     sie       den Blick kaum abwenden. Die vor zwei Jahren gegründete Facebook-Fangemeinde, in der die Idee zum Treffen entstand,  war ihre Initiative. „Mein Bloodhound Ben war  ein Jahr alt, stur und unerziehbar“, so Bernhardt. „Ich wollte wissen, ob es anderen Bloodhound-Besitzern genau so geht. Inzwischen gehören der Gruppe 140 Mitglieder in vielen Ländern Europas und den USA an.“ Dort stehen viele Bloodhounds als Schnüffelnasen im Polizeidienst, so Bernhardt. 

 „Es war an der Zeit, das wir uns alle mal treffen“, erzählt Storchenhof-Betreiberin Monika Reh, „Bloodie„-Liebhaber und zusammen mit Monika Kröbler-Reh bis vor zwei Monaten Besitzerin der verstorbenen Bloodhound-Hündin Gretel. „Entweder, man verliebt sich in diese Hunde, oder man wird nie warm mit ihnen.“ Bloodhounds blicken auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück und wurden einst als Jagd-,  Spür- und Luxushunde vor allem vom Adel sehr geschätzt.

Viele Jagdhunderassen haben Bloodhounds als Urahnen. Die Wurzeln der Rasse liegen in Belgien.  Heute sind sie in Europa selten geworden: „Wir müssen mit unseren Hündinnen bis nach Belgien und Holland fahren, um zu große Inzucht zu vermeiden“, sagt Züchterin Martina Grywnow aus Berlin, die mit drei Bloodhound-Damen angereist ist. „Gutmütig, unkompliziert  und unaggressiv“, beschreibt Grywnow  den Charakter  der Hunde.

Bassets waren früher eher leichte Hunde zur Niederwild-Jagd. Ursprünglich in Frankreich beheimatet, kamen ihre Vorfahren auch nach England und in die USA. Um sie schwerer zu machen, kreuzte man Bloodhounds ein, was den Gesichtern anzusehen ist und auch im Charakter seinen genetischen Abdruck hinterlassen hat. „Wir gehen mit unseren sechs Bassets in Schulen und Kindergärten – nie ist einer aggressiv, egal, was die Kinder machen“, so Züchter Robin Schlumm.

Bis in den Abend hinein tobten die Hunde mit ihresgleichen in Nesow, während Frauchen und Herrchen  den Anblick der majestätisch-freundlichen Hundegesichter genossen. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

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