Wismar : Traurige Bilanz: sieben Unfalltote

Ob auf Autobahnen oder Landstraßen – nach schweren Unfällen, wie im April auf der A 20 bei Wismar kam auch die Luftrettung zum Einsatz.
Ob auf Autobahnen oder Landstraßen – nach schweren Unfällen, wie im April auf der A 20 bei Wismar kam auch die Luftrettung zum Einsatz.

Auf den Straßen Nordwestmecklenburgs sind im vergangenen Jahr zudem 106 Menschen schwer verletzt worden

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15. Mai 2018, 05:00 Uhr

Auf den Straßen Nordwestmecklenburgs sind im vergangenen Jahr sieben Menschen ums Leben sowie 106 schwer verletzt worden. Diese Zahlen nannte gestern die Leiterin der Polizeiinspektion Wismar. Sibylle Hofmann. Damit blieb Zahl der Unfalltoten gegenüber dem Jahr 2016 konstant. Bei den Schwerverletzten verzeichnete die Polizei einen Rückgang um 8,6 Prozent, bei den Leichtverletzten um rund 16 Prozent. Die Hauptursachen bei Verkehrsunfällen mit Verletzten waren Vorfahrtsfehler, zu hohe Geschwindigkeiten, Alkohol am Steuer, Fehler beim Abbiegen sowie riskante Überholmanöver.

Was die Polizei mit Sorge betrachtet, ist die Zahl der Verkehrstoten in den ersten viereinhalb Monaten dieses Jahres. So gab es in Nordwestmecklenburg schon jetzt vier Tote nach Verkehrsunfällen zu beklagen – darunter zwei Kinder. Landesweit kamen 2018 bislang 31 Menschen auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns ums Leben. „Das ist eine sehr erschreckende Zahl. Wir sind in der gesamten Landespolizei aufgerüttelt“, sagte Sibylle Hofmann in Wismar.

Was die Verkehrssicherheitslage auf den Straßen von Nordwestmecklenburg angeht, so setzte sich auch 2017 ein Trend fort: So nahm die Zahl der Drogenfahrten weiter zu. Sie stieg von 75 im Jahr 2013 auf inzwischen 219. In 252 Fällen wurden zudem Autofahrer ertappt, die mit zu viel Alkohol im Blut am Steuer erwischt wurden. „Je mehr wir kontrollieren, desto mehr stellen wir fest“, so Hofmann. Die Polizeiinspektion Wismar gilt zudem als Vorreiterin in MV, was das Erkennen von Alkohol- und Drogenfahrten angeht. Dabei zahlt sich offenbar auch der Kontakt zu Hamburger Polizeikräften aus, die ihr Wissen an die Kollegen in MV weitergeben.

Was sich täglich auf den Straßen Nordwestmecklenburgs abspielt, wird beim Blick auf diese Zahl deutlich: So registrierten die Polizisten rechnerisch knapp 100 Ordnungswidrigkeiten pro Tag. Statistisch gesehen gehen ihnen dabei täglich 73 Raser ins Netz, und knapp sieben Fahrzeuginsassen sind ohne angelegten Sicherheitsgurt unterwegs. Die Reaktionen der so genannter Gurtmuffel reichten dabei von Erklärungsversuchen wie „Ich bin gerade erst losgefahren“ über aggressives Verhalten bis hin zur Einstellung „Ist mir doch egal“. Einige Autofahrer steckten in das Gurtschloss gar bewusst Gegenstände, um die elektronische Sicherheitsvorkehrung des eigenen Wagen zu überlisten. Andere würden wiederum den Sicherheitsgurt um die Rücklehne des Sitzes legen – um sich selbst nicht anschnallen zu müssen. Wer erwischt wird, muss 30 Euro zahlen.

Wesentlich teurer kommt Autofahrern die Handybenutzung am Steuer zu stehen. Erwischte Fahrer müssen inzwischen 100 Euro zahlen und kassieren einen Punkt der Flensburger Verkehrssünderdatei. Insgesamt hat die Polizeiinspektion Wismar 834 Handysünder im vergangenen Jahr im Landkreis Nordwestmecklenburg überführt, die für mehre Sekunden im „Blindflug“ auf den Straßen unterwegs waren. Dies stellt einen Anstieg um 45,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2016 dar.

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