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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Oktober 2017 | 22:25 Uhr

Gadebusch : Traumjob öffentlicher Dienst

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten wird in den Amtsverwaltungen von Nordwestmecklenburg immer seltener angeboten

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 22:30 Uhr

Pia-Sophie Koeppe kommt aus dem Tippen kaum mehr raus. In der Geschäftsbuchhaltung des Amtes Gadebusch ist die Auszubildende gerade dabei, Zahlungen an verschiedenste Empfänger zu buchen. Daneben hat sie auch mit der Sepa-Umstellung alle Hände voll zu tun. Etwas anderes zu tun, kann sich Pia-Sophie Koeppe jedoch gar nicht mehr vorstellen. „Die ganzen verschiedenen Aufgaben in einer Verwaltung machen mir einfach riesig Spaß“, betont die junge Auszubildende. Ein Job in der Verwaltung gilt immer noch als sehr sichere Anstellung. Doch an einen solchen heranzukommen, ist gar nicht so einfach. Die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten wird längst nicht mehr von allen Ämtern beständig angeboten.

Im Amt Gadebusch ist Pia-Sophie Koeppe die einzige Auszubildende. Hier wird seit Jahren auch nur noch jeweils ein Azubi beschäftigt. Somit ist alle drei Jahre ein Ausbildungsplatz frei. Pia-Sophe Koeppe ist jetzt im zweiten Lehrjahr. Daher soll im September oder Oktober 2014 wieder eine Ausschreibung für das Jahr 2015 erfolgen. Die Praxis mit nur einem Auszubildenden alle drei Jahre hat verschiedene Gründe. Matthias Jankowski, Fachbereichsleiter des Amtes für zentrale Dienste und Finanzen im Amt Gadebusch: „Wir haben nur begrenzten Platz für Auszubildende. Zudem binden diese Kapazitäten unsere anderen Mitarbeiter. Schließlich ist es noch eine Kostenfrage.“ Auch bei der Übernahme ist die Situation schwierig. Matthias Jankowski: „Grundsätzlich versprechen wir keine Übernahmen. Ziel ist es aber unseren Auszubildenden im Anschluss noch Berufspraxis mit auf den Weg zu geben.“ Die Übernahmen seien jedoch so gut wie immer auf ein halbes oder ein Jahr befristet.

Das Amt Lützow-Lübstorf bildet dagegen intensiver aus. Jedes Jahr wird ein Auszubildender eingestellt. Im Zuge einer dreijährigen Lehrzeit lernen so immer drei junge Menschen die verschiedenen Bereiche der Stadtverwaltung kennen und erhalten eine fachtheoretische Ausbildung. Doch die Ausbildung ist nur der erste Schritt. Schwieriger ist auch hier die Übernahme der Auszubildenden in ein festes Anstellungsverhältnis. Die leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Lützow-Lübstorf, Iris Brincker, betont: „Wir bilden über Bedarf aus. Daher kommt es bei einer Übernahme darauf an, ob am Ende der Ausbildungszeit eine Stelle frei ist.“

Im Amt Rehna wird anders vorgegangen. Gegenwärtig sind überhaupt keine Auszubildenden eingestellt. Bernd Karnatz, Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes Rehna: „Da wir den Auszubildenden in den vergangenen Jahren keine längerfristige Perspektive bei uns bieten konnten, haben wir auch keine eingestellt.“ Wahrscheinlich werde es auch im kommenden Jahr keine Ausbildung geben. Den Auszubildenden der letzten zehn Jahre sei jedoch allen ein Vertrag angeboten worden. Dadurch sei das Amt Rehna jetzt sehr jung besetzt.

Die Zukunft von Pia-Sophie Koeppe ist noch unklar. Vor Kurzem hat die 17-Jährige ihre Zwischenprüfung erfolgreich bestanden. Die Abschlussprüfung im kommenden Jahr ist noch ein ganzes Stück entfernt. „Im Anschluss hoffe ich natürlich übernommen zu werden und weiter in Gadebusch arbeiten zu können“, so Pia-Sophie Koeppe. Wo sie dann eingesetzt wird, ist ihr egal. Bislang hätten alle Verwaltungsbereiche Spaß gemacht.

 

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