Azubi-Suche : Traumberuf Koch ist die Ausnahme

Dominik Beirow ist Auszubildender in dem Lützower Gasthof und Hotel „Scharfe Kurve“. Sein Traumberuf: Koch.
Dominik Beirow ist Auszubildender in dem Lützower Gasthof und Hotel „Scharfe Kurve“. Sein Traumberuf: Koch.

Berufe in Hotellerie und Gastronomie haben Zukunft, denn gereist, gegessen und getrunken wird immer

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26. August 2016, 05:00 Uhr

„Koch ist mein absoluter Traumberuf.“ Der das sagt, ist erst 18 Jahre jung und steht doch schon hinterm Herd wie so ein Alter. Nichts bringt Dominik Beirow aus der Ruhe, die Bratkartoffeln in der schweren Pfanne wirbelt er wie selbstverständlich so ganz nebenbei durch die Luft. Der Pokrenter ist Auszubildender im 2. Lehrjahr, sein Ausbildungsbetrieb die „Scharfe Kurve“ in Lützow, sein Ausbildungsberuf Koch.

Und das ist nun wirklich nicht alltäglich. Ein Blick in die Statistik der Wismarer Agentur für Arbeit zeigt die Problematik. Viel zu viele unbesetzte Ausbildungsplätze in Hotellerie und Gastronomie, viel zu wenig Bewerber. Da stehen im Nordwestkreis allein bei den Köchen 72 gemeldete freie Lehrstellen elf Bewerbern gegenüber. Im Ausbildungsberuf Hotelfachmann herrscht ein Verhältnis von 62 zu 15, bei Restaurantfachmännern stehen 53 offene Plätze nur sechs Bewerbern gegenüber.

„Diese Berufe sind bei Jugendlichen nicht besonders attraktiv“, sagt Edgar Macke. Die Gründe seien nach Aussage des Geschäftsstellenleiters der Agentur für Arbeit Wismar vielschichtig. Schlechte Arbeitszeiten, unterdurchschnittliche Löhnen, unzureichende Rahmenbedingungen. Es komme aber auch darauf an, wie sich potenzielle Arbeitgeber präsentieren, wie sie um ihre Arbeitskräfte kämpfen. „Es reicht nicht, einfach nur zu sagen, hier bin ich. Wenn wir nichts für unseren Nachwuchs tun, wird es schwierig“, sagt Svenja Preuss. Das Motto also: Anreize für potenzielle Auszubildende schaffen, Vorurteile abbauen, Berufsbilder erklären. Berufe in Hotellerie und Gastronomie hätten nach Ansicht der Regionalvorsitzenden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands für Wismar und Umgebung Zukunft. Und zwar eine bessere, als so manch andere. „In diesen Berufen bekommt man immer irgendwo eine Arbeit. Denn gereist, getrunken und gegessen wird immer. Und die Bezahlung ist auch nicht die schlechteste.“

Das sieht auch Ingo Burmeister so. Der Inhaber des Familienbetriebs „Scharfe Kurve“ macht sich deshalb so seine Gedanken, wie geeigneter Nachwuchs für Gasthof und Hotel gefunden und dann auch bei der Stange gehalten werden kann. „So tragen wir uns jetzt mit dem Gedanken, unseren Auszubildenden bei entsprechend guten Leistungen ein Betriebsfahrzeug zur Verfügung zu stellen. Das könnten sie beispielsweise für die Fahrt zur Berufsschule nach Zierow nutzen und müssten nicht die Eltern in Anspruch nehmen“, sagt der 59-Jährige.

Die Chancen für Dominik Beirow stehen also nicht schlecht, demnächst im „Bester-Azubi-Pkw“ zur Berufsschule zu fahren.

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