Ärger in Holdorf : Trauer um die Schwarzkiefer

Von der Kiefer ist nur noch der Stumpf zu sehen. Er gibt Auskunft über die Beschaffenheit des Baumes.
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Von der Kiefer ist nur noch der Stumpf zu sehen. Er gibt Auskunft über die Beschaffenheit des Baumes.

Experte: Baum drohte auseinander zu brechen. Der Landkreis Nordwestmecklenburg will Fällaktion prüfen

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27. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Sie ist weg. Die dreistämmige Schwarzkiefer vom Holdorfer Friedhof wurde zu Bau- und Kleinholz zurechtgestutzt und ist somit Geschichte. „Für mich handelt es sich hier um einen Albtraum“, sagt Doris Zimmermann. Die Holdorferin ist verärgert über eine für sie übereilt durchgeführte Fällaktion. Sie greift zum Telefon uns macht ihrem Ärger am Heißen Draht der SVZ erst einmal Luft. Für sie sei nicht erkennbar gewesen, dass es sich hier um einen morschen Baum gehandelt haben soll. Am Stammholz, welches noch an der Kapelle liegt, sind keine Hinweise ersichtlich“, sagt Zimmermann. Sie berichtet von umfangreichen Pflegemaßnahmen in der Straße Am Hagetun, wo der Bauhof als auch Fachleute Hecken, Bäume zurechtstutzen und eben spontan die Schwarzkiefer zu Fall brachten. Bürgermeister Peter Praeger bestätigt gegenüber der SVZ den spontanen Einsatz eines Fachteams: „Ich wurde darüber informiert, das Gefahr in Verzug ist. Wir mussten in Abstimmung mit dem zuständigen Fachbereich im Amt Rehna handeln.“

Als Fachmann vor Ort bescheinigt Steven Schäge eine mögliche Bruchgefahr der Kiefer: „Dieser Baum war mit seinen drei Stämmen an die 28 Meter hoch und stand wie ein auf dem Kopf gestelltes Indianerzelt. Angesichts der zu erwartenden stürmischen Wetterlage über die Feiertage und möglicher Schneelasten in kommenden Wintertagen wurde der Baum abgenommen.“ Das Stammholz selber sei okay gewesen. Allerdings wies der Außenbereich deutliche Risse auf. „In der Nachbarschaft gibt es Häuser und Grundstücke, wo Kinder spielen. Es musste gehandelt werden.“ Er als beruflicher Baumkletterer sei nicht wirklich an einer Fällung von Bäumen interessiert. Somit habe eine Überprüfung ergeben, dass die benachbarte Schwarzkiefer stehen bleiben kann. „Hätte die dreistämmige Kiefer irgendwo in der Landschaft gestanden, wäre alles kein Problem, aber im öffentlichen Raum gelten andere Vorschriften“, so Schäge. Somit wurde der Landkreis über das Amt informiert. Pressesprecherin Petra Rappen bestätigte den Eingang der Anzeige. „Diese wurde allerdings am Tag darauf zurückgenommen“, so Rappen. Der Fachdienst des Kreises wolle sich nun von der Fällaktion selbst ein Bild machen.

Schäge als auch Peter Praeger sehen die Baumpflege als Projekt, welches Weitblick verlange. „In der Lindenstraße ist die Situation in der Allee nicht anders. Schätzungsweise zehn Linden müssen in absehbarer Zeit abgenommen werden“, sagt Praeger. Die Bäume seien an die 200 Jahre alt und weisen in Höhen von fünf Metern Alterserscheinungen auf. „Stämme und Äste sind hohl. Hier wird die Gemeinde eine Entscheidung treffen müssen“, so Steven Schäge. Aber darauf sei man vorbereitet, betont Peter Praeger und verweist auf die vor zehn Jahren durchgeführten Neuanpflanzungen in der Lindenstraße.

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