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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 05:23 Uhr

Wismar : Trainieren für den Ironman

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen – Wismarer macht sich fit für Wettbewerb auf Mallorca

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 13:00 Uhr

Ganz schön verrückt: Stefan Schröder (34) aus Wismar trainiert für den härtesten Sportwettkampf der Welt. Den „Ironman“ im September auf Mallorca. Heißt: 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,195 km Laufen. Nacheinander. An einem Tag.

„Ja, das sind fast 160 Bahnen in der Schwimmhalle“, erklärt Stefan Schröder. Der, der sich freiwillig solch einen Wettbewerb antun möchte. Sein erster „Ironman“, obwohl er schon einige Triatlons mitgemacht hat, unter anderem den „Half-Ironman“ - mit der halben Strecke des Ironman. Nun also das doppelte.

„Ich trainiere zur Zeit 20 Stunden die Woche“, erzählt der 34-Jährige, der nach dem Sportstudium auf Lehramt nun als Betriebsleiter und Prokurist bei einem großen Unternehmen arbeitet. Normalerweise läuft er „nur“ zwei- bis dreimal die Woche. „Ich habe das Glück, ich kann mir meinen Trainingsplan selbst schreiben“, erzählt der Extremsportler. Die 160 Bahnen in der Halle sind kein Problem. „Ich bin nur nicht der Schnellste, das ist das Problem!“ Und es geht beim Wettbewerb auch um Schnelligkeit. „Ich habe drei Ziele im September auf Mallorca, erstens ich will gesund ins Ziel kommen. Dazu möglichst zwischen 10 und 12 Stunden bleiben. Naja, das wichtigste – ich möchte überhaupt ins Ziel kommen!“

Stefan Schröder schmunzelt. Ein Jahr lang dauert die intensive Vorbereitungs- und Trainingszeit, aber nur, weil der Sportler schon gut im Training stand. „Das schafft man sonst nicht innerhalb der Zeit.“ Zeit für andere Hobbys ist nicht wirklich. „Man kommt zu nichts mehr.“ Morgens um fünf zur Arbeit, bis 17, auch mal 18 Uhr dort. Dann Training bis 21 Uhr, um dann „tot“ ins Bett zu fallen. Essen muss Stefan Schröder immer und ständig zwischendurch, um dem Körper genügend Energie für solch ein Extremtraining zuzuführen. Kalorienreiche Sportlerriegel, dazu viel Gemüse. Kein Fleisch. „Ich bin seit einem Jahr Vegetarier.“ Beim „Iron Man“ wird er alle 15 Minuten etwas trinken müssen, dazu alle halbe Stunde etwas essen. Während des Sports.

Stefan Schröder hört auf seinen Körper. „Wenn ich Schmerzen habe, höre ich auf“, so das Versprechen. Mit dem „inneren Schweinehund“ als größten Gegner hat das noch nichts zu tun. „Wenn man sagt, man kann nicht mehr, und dann doch noch zwei Stunden durchhält.“ Das Kennenlernen und Ausreizen der eigenen Grenzen. Und danach die Belohnung: „Wenn man das denn schafft, ist es ein riesengroßes Glücksgefühl, was nur jemand nachempfinden kann, der so etwas mal gemacht hat.“ Viel Training, viel Aufopferung für einen Tag – der 27. September. „Ich werde schon eine Woche vorher nach Mallorca reisen zur Akklimatisierung“, erzählt Stefan Schröder. Ein teurer Spaß. Einmal die laufenden Kosten für Schwimmhalle, Fitnessstudio und Ausrüstung. „Alle sechs Wochen neue Laufschuhe, dann sind die 600 Kilometer weg“, so Stefan Schröder. Ohne die würden die langen Laufstrecken die Knie und Gelenke zu sehr belasten. Dazu die Flüge und Übernachtungen zum „Iron Man“. 15 000 Euro wird ihm das ganze Wettkampfjahr kosten.

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