Gägelow : „Tote Oma“ und „Falscher Hase“ - ein Imbiss wie zu DDR-Zeiten

„Falscher Hase“ mit Erbsen, Kartoffeln, Soße und Ei: Marco Voß und seine Mitarbeiterinnen Antje Voß (l.) und Reni Mittelstädt servieren Klassiker aus der DDR.
„Falscher Hase“ mit Erbsen, Kartoffeln, Soße und Ei: Marco Voß und seine Mitarbeiterinnen Antje Voß (l.) und Reni Mittelstädt servieren Klassiker aus der DDR.

Imbiss begeistert mit Speisen aus der DDR und entsprechender Dekoration

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25. Oktober 2019, 14:28 Uhr

Auferstanden aus Ruinen? 30 Jahre nach der friedlichen Revolution weht im Gägelower Einkaufszentrum MEZ die Fahne der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Marco Voß, Inhaber des Restaurants und Imbisses „eaty“, lädt zur „DDR-Woche“ ein. Dazu passend gibt es noch bis zum Sonnabend kulinarische Klassiker aus dem untergegangenen Arbeiter- und Bauern-Staat und natürlich die entsprechende Dekoration: Servietten und Fähnchen mit den Farben Schwarz, Rot, Gold sowie dem DDR-Staatswappen mit Hammer, Sichel und Ehrenkranz.

Auf der Speisekarte – unter einem Bild eines Trabis, der durch eine Mauer fährt – steht jeden Tag eine andere einst beliebte Gaumenfreude. Marco Voß und seine Mitarbeiterinnen servieren im Hausfrauen-Kittel zum Beispiel Jägerschnitzel mit Tomatensoße und Spirellinudeln, die Forelle „Müllerin“, das Gericht „Falscher Hase“, außerdem ein Thüringer Schweinenackensteak in Bier-Senfsud, die Grützwurst „Tote Oma“ und die „Grilletta“-Boulette.

Essen aus längst vergangenen Zeiten

„Solche Speisen, die es eigentlich in den Restaurants nicht mehr gibt, hatten wir auch schon im vergangenen Jahr serviert. Das kommt sehr gut an. Die Leute freuen sich, sie erinnern sich beim Essen an längst vergangene Zeiten“, erklärt der 35 Jahre alte Restaurant-Chef aus Schmachthagen, der sich öfter besondere Menüs ausdenkt.

Ingeborg Strehlau findet die Idee super. „Ich esse gerne hier, heute zum Beispiel den Hackbraten ,Falscher Hase’ mit Erbsen und Kartoffeln. Es schmeckt lecker, fast so wie damals“, sagt die Frau aus Wismar. Tom Jeromin hat die DDR nicht erlebt. „Aber das Essen ist nicht schlecht, ich werde satt“, so der 19-Jährige aus Grevesmühlen. Sandra Hoffmann aus Lübeck will nun nachlesen, welche Zutaten für die Forelle „Müllerin“ und die „Tote Oma“ benötigt werden. „Nur die DDR-Fahnen hätte man nicht aufhängen müssen. Sie gehörten schließlich zu einem Unrechtsstaat“, meint die Schleswig-Holsteinerin.

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