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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 01:45 Uhr

Winterpause : Tonnenleger wollen Eiszeit trotzen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Maritime Dienstleister sind für möglichen Frostwinter gerüstet / Winterpause bei Eisgang für solarbetriebene Seezeichen

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Gekonnt legt Ayke Brunnlieb eine Spierentonne per Hebegurt an den Haken eines Mobilkranes. Wenig später schwebt der stählerne Schwimmkörper in direkter Nähe des Seezeichenschiffes „Sturmmöwe“ in Richtung Lagerplatz. Dort lagern bereits die verschiedensten unbeleuchteten Seezeichen und meist in den Positionsfarben Rot und Grün. Ein Anblick, der ohne viele Worte den Begriff „Tonnenhof“ erklärt. Neben anderen Arbeiten gehört diese Aktion zum normalen Arbeitsalltag für die Mitarbeiter vom Außenbezirks Wismar des Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck (WSA).

„Die größeren stehen für einen Austausch im Hauptfahrtwasser bereit, die kleineren ganz vorn sind für die Kirchsee bestimmt, denn die friert bei Dauerfrost als erstes zu“, so die Information vor Ort. Der Tonnenwechsel ist notwendig, um die empfindlichen mit Solartechnik bestückten Leuchttonnen zum Schutz vor Eispressung gegen robuste, unbeleuchtete Seezeichen zu tauschen.

Ayke, der beim WSA Industriemechaniker gelernt hat, ist derzeit mit 21 Jahren der jüngste von den 20 Mitarbeitern, die am Haffeld für die Belange der Seeschifffahrt zwischen den Küstenbereichen Steinbeck im Westen und dem Leuchtturm Bastorf im Osten ihren Job an Land und auf See versehen. Denn trotz des bisher noch recht milden Winters, wollen die maritimen Dienstleister in Sachen Schiffssicherheit rechtzeitig darauf eingestellt sein, falls es doch noch eine richtige „Eiszeit“ geben sollte. Zumindest sah es im Vorjahr bei Dauerfrost um diese Zeit noch ganz anders aus. Im Nordrevier rund um Stralsund war das Eis bis zu 15 Zentimeter dick. Das Kleine Haff und andere Gebiete waren sogar zeitweise für die Schifffahrt gesperrt.

„Ich persönlich habe eher das Gefühl, es ist eine Winterruhe vor dem eisigen Sturm“, konstatiert Mario Fröhlich. Der Leiter des Wismarer WSA-Außenbezirks hält einen aktuellen Eisbericht der gesamten Ostsee in der Hand, den er sich ständig, dank Internet, ausdrucken lässt. Der hat zwar für die südwestliche Ostsee und damit ebenso für die Wismarbucht noch keine Bedeutung. Aber die Vorhersagen finden zusammen mit aktuellen Wetterprognosen dennoch Beachtung. „Zumindest in der Finnischen Bucht und den östlich angrenzenden Fjorden gibt es schon eine jahreszeitlich entsprechende deutliche Eisentwicklung mit Dicken bis zu 30 Zentimeter und mehr“, so der Fachmann. Ob und wann auch unsere Region davon noch etwas abbekommt, erfahren alle maritimen Behörden und weitere relevante Unternehmen sofort. „Sollte es dann richtig eisig werden, sind wir in der Lage, sofort zu handeln“, so Fröhlich weiter.
Erster Handlungsbedarf bestünde dann in der Kirchsee, die als erstes zufriert. Müssten sogar beleuchtete Tiefwassertonnen eingeholt werden, die schwersten und größten Seezeichen, gäbe es zudem Unterstützung durch das Mehrzweck- und Gewässerschutzschiff „Scharhörn“. In diesen Fall wurde bereits eine zusätzliche Zwischenlagerung mit dem Wismarer Hafenkapitän abgestimmt. Dafür ist der vordere Bereich der Stockholmpier vorgesehen. Denn im Extremfall hieße es, bis zu 55 Leuchttonnen aus dem Hauptfahrwasser zu bergen.

Ungeachtet dessen gehen an Land die üblichen Wartungsarbeiten an den verschiedensten Seezeichen weiter. Tonnenkörper werden entrostet und frisch mit der typischen Farbkennung konserviert. Längst nicht mehr soviel Arbeit, wie früher mit der Gasbefeuerung, gibt es mit den solarbetriebenen LED-Leuchtköpfen. Denn die funktionieren über einen längeren Zeitraum wartungsfrei. Überprüfungen finden dennoch statt. Gerade in der jetzigen dunklen und sonnenarmen Zeit kann es passieren, dass eine der Speicherbatterien nachzuladen ist.

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