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Nordwestmecklenburg : Tödlicher Unfall: Junger Nandu stirbt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Carlower versucht Vogel zu helfen. Tiere breiten sich in der Region aus

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Die Nandus sind los: Das hat sich am Samstagabend gegen 18 Uhr wohl auch Björn Horstmann gedacht. Der Carlower ist gerade auf dem Weg, um seine Tochter abzuholen. „Auf der Straße zwischen Utecht und Thandorf standen einige Autos auf der Straße“, erzählt er. Auf dem Feld sieht Horstmann einen Nandu aufgeregt umherlaufen und macht ein paar Fotos. „Meine Kollegen glauben mir immer nicht, dass die Tiere hier bei uns leben.“ Horstmann arbeitet als Polier bei Hamburg. Dort sind die straußenähnlichen Vögel nicht unterwegs.

Ende der 90er Jahre brechen einige Nandus aus einem Gehege in der Nähe von Lübeck aus und beginnen ihren Eroberungszug in Nordwestmecklenburg. Nach Expertenmeinung leben mittlerweile gut 100 Tiere in der Region.

Nachdem Björn Horstmann das Foto für die Kollegen geschossen hat, will er wissen, warum die Autos mitten auf der Straße stehen. Als er ein Stück läuft, sieht er am Straßenrand einen junger Nandu, rund 80 Zentimeter groß, sitzen. Das Tier bewegt sich nicht. „Normalerweise kann man sie verscheuchen“, erzählt Horstmann. Aber das Jungtier rührt sich nicht. „Die Hinterläufe haben geblutet.“

Das Tier wurde angefahren, da ist sich Horstmann sicher. Und der Unfallverursacher offenbar weitergefahren. „Das macht man doch nicht. Die Tiere müssen sich doch nicht quälen.“ Also ruft Horstmann bei der Polizei an, die verweist ihn an die Feuerwehr. Dort wiederum heißt es, die Polizei ist verantwortlich. Kurze Zeit später ist dann ein Streifenwagen vor Ort und die Tierrettung wird alarmiert. Ein gutes Ende nimmt diese Geschichte aber nicht: Der junge Nandu stirbt auf dem Weg zum Tierarzt. Gegen 21.10 Uhr erhielt die Polizei die Information, dass der Nandu auf dem Weg zum Tierarzt verstarb. Die Ursache der Verletzungen ist unklar. Ob der Vogel wirklich von einem Auto angefahren wurde, steht demnach noch nicht fest. Nur so viel ist klar: „Eine Unfallflucht ist es nicht“, sagt André Falke von der Polizei. Das Veterinäramt wurde informiert.

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