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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 20:43 Uhr

Handwerk in Rehna : Tischlern mit Kollege Roboter

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Unternehmen Eigenstetter innovativ. Land fördert kreative Projekte mit 168 Millionen Euro

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Die Tischlerei Eigenstetter setzt auf Innovation und neue Wege im Handwerk. Das von ihr selbst entwickelte Roboter-Fräszentrum soll die Arbeiter dort unterstützten, wo sie sonst sehr viel Zeit für die Fertigung benötigen. Für den selbstständig arbeitenden Präzisionsautomaten sind komplizierte Formen und deren Verläufe sowie die Herstellung von Großteilen kein Problem.

Diese innovative Entwicklung ist auch im Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern erkannt worden. „Es ist ein mutiger Schritt und braucht einen langen Atem, solch ein ehrgeiziges Vorhaben anzugehen und umzusetzen. Der Erfolg gibt dem Entwicklungsteam des Unternehmens aber Recht, das sich damit neue Marktchancen erarbeitet hat“, äußert sich Minister Harry Glawe (CDU) zu dem Projekt. „Auch wenn ‚Kollege Roboter‘ jetzt einen Großteil der Aufgaben übernimmt, wächst das Unternehmen durch die automatisierten Fertigungsprozesse und stellt neue Fachkräfte ein“, so Glawe weiter. Inzwischen arbeiten bereits 20 Mitarbeiter in dem 30 Jahre alten, mittelständischen Handwerksunternehmen.

Die Tischlerei versetzt sich mit der komplexen Weiterentwicklung dieses Frässystems in die Lage, besonders große, frei geformte Frästeile anzufertigen. Das macht sie auch als Zulieferer für größere Neubauten interessant. So werden die Konstruktion und die Einrichtung größerer Wendeltreppen oder aufwändiger, individueller Ausstattungen für Hotels, Bürohäuser oder Schiffe wesentlich erleichtert. Zusätzlicher Anwendungsbereich ist der Bau sehr großer Laminier- oder Gussformen bei gleichzeitig deutlicher Verkürzung der Fertigungszeiten und Einsparung von Material.

Im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt rund 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Ein Schwerpunkt dabei ist die Technologieoffensive im Handwerk. Das Wirtschaftsministerium unterstützt Kooperationen und den Technologietransfer. Und zwar zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der regionalen Wirtschaft in der so genannten Verbundforschung, unter Einbeziehung des Handwerks.

In den Jahren 2015 und 2016 wurden laut Wirtschaftsministerium bereits 25 Handwerksunternehmen gefördert. „Hier ist noch Luft nach oben. Immer komplexere Methoden und Technologien stellen die Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern vor Herausforderungen“, erklärt Wirtschaftsminister Glawe. So soll den Handwerksunternehmen der Zugang zu neuen Technologien erleichtert werden. Das verbessere die Wettbewerbssituation nachhaltig und sichere langfristig Fachkräfte im eigenen Unternehmen, so der Minister.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das innovative Projekt der Tischlerei mit ihrem Projektpartner, dem Rostocker Fraunhofer-Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik, mit EFRE-Mitteln in Höhe von 116 450 Euro. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 233 000 Euro.

Das 1986 von Axel Eigenstetter in Rehna gegründete Familienunternehmen hat überall in Deutschland Spuren seiner Arbeit hinterlassen. So unter anderem im Schloss Bernstorf. Die Tischlerei ist spezialisiert auf den Innenausbau sowie die Herstellung von Fenstern und Türen. Der Anteil der Arbeiten, die computergesteuert ablaufen, wächst kontinuierlich.

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