Roggendorf : Tierheim hofft auf mehr Geld vom Amt

Hunde sorgen in Roggendorf für finanzielle Schwierigkeiten.
Hunde sorgen in Roggendorf für finanzielle Schwierigkeiten.

Für die 2016 vom Veterinäramt beschlagnahmten Chihuahuas möchten die Tierschützer etwa 20 000 Euro

von
02. Januar 2018, 04:45 Uhr

Das Tierheim Roggendorf ist eine von zwei Einrichtungen im Kreis, in dem ausgesetzte oder verwahrloste Tiere eine Unterkunft finden und von Tierfreunden versorgt und bestenfalls an neue Halter vermittelt werden. Dazu gehört auch, dass dort vom Veterinäramt des Kreises Nordwestmecklenburg wegen unzumutbarer Haltungsbedingungen beschlagnahmte Tiere untergebracht werden.

So geschehen auch kurz vor Weihnachten 2016: „Wir haben damals 26 Chihuahuas aufgenommen, die in Rehna vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden“, erinnert sich Tierheimleiterin Meike Jaworski. Es waren auch einige Hündinnen dabei, die trächtig waren, so dass am Ende 37 Hunde dieser Rasse versorgt werden mussten. „Wir haben für Futter, tierärztliche Versorgung, Unterkunft und Pflege Kosten von rund 20 000 Euro gehabt“, berichtet Maike Jessen, Vorsitzende des Tierschutzvereins Roggendorf und Umgebung e.V., der das Tierheim betreibt.

Vom Gesetz her muss der Landkreis für diese Kosten aufkommen. „Wir haben das dem Veterinäramt in Rechnung gestellt – leider aber nur 12 000 Euro erhalten“, so Jessen. Sie vermute, dass das Amt wegen der längeren Verweildauer der Tiere im Heim nicht die komplette Summe zahlen will. Normalerweise werden vom Amt nur acht Wochen gezahlt. Ist ein Tier dann noch nicht vermittelt, geht es ins Eigentum des Tierheims über. Hier war das allerdings aufgrund der frisch geworfenen Welpen nicht möglich.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg äußert sich dazu auf Anfrage der SVZ wie folgt: „Eine Rechnungslegung seitens des Tierheimes kann nur auf Grundlage der getroffenen Vereinbarung erfolgen und muss auch die Tatsächlichkeiten widerspiegeln. So obliegt der Behörde vor einem Ausgleich die Prüfung auf sachliche und rechnerische Richtigkeit. Das auch vor dem Hintergrund, dass dem ehemaligen Besitzer, dem die Hunde weggenommen wurden , die Kosten für die Unterbringung in Rechnung gestellt werden. Also muss die Abrechnung jeder Überprüfung standhalten“, heißt es aus der Pressestelle der Kreisverwaltung. Zwischenzeitlich habe das Tierheim durch die Veräußerung der Hunde Einnahmen in nicht unerheblichem Umfang generiert, so Landkreis-Sprecherin Petra Rappen weiter.

Um dem Tierheim vor Erstellung einer inhaltlich und rechnerisch richtigen Rechnung entgegen zu kommen, sei bereits ein Abschlag in Höhe von zwei Dritteln der zu erwartenden Kosten vom Landkreis gezahlt worden. „Der Landkreis schätzt die Arbeit des Tierheims in Roggendorf und dessen Träger sehr. Tierschutz und Tierwohl liegen uns sehr am Herzen. Aber auch hier müssen Abrechnungen geprüft werden dürfen“, verdeutlicht Petra Rappen. Das Tierheim in Roggendorf hofft also.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen