Löwitz : Tief bohren für den Brandschutz

Brunnenbauer: Björn Brandt (li.) und Auszubildender Wahid
Brunnenbauer: Björn Brandt (li.) und Auszubildender Wahid

Die Arbeiten an den Brunnen im Amtsbereich Rehna laufen / Die neuen Löschwasserquellen sorgen aber auch für Skepsis

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25. November 2017, 04:45 Uhr

Unter Lärm und Schlammgespritze wurde gestern der Brunnen in Löwitz gebohrt. Er ist einer von acht, die im 130 000 Euro teuren Projekt die Löschwasserversorgung im Amtsbereich Rehna sicherstellen sollen. „Dieser hier wird 74 Meter tief“, sagt Björn Brandt, der mit seinem Lehrling Wahid vor Ort ist.

Das Verfahren dabei ist recht kompliziert: Per Schlauch wird Wasser in ein mit dem Bagger ausgehobenes Becken direkt beim Bohrloch gelassen. Die Pumpe, die den Bohrer bedient, saugt das Wasser an und leitet es durch die steckbaren Rohre an den ruckelnden Bohrkopf weiter. „Der Kopf saugt den weichen Schlamm und Sand an und presst ihn nach Oben“, erklärt der Brunnenbauer. Die ersten 50 Meter kam nur zäher Schlamm an die Oberfläche, danach feinster Sand. „Früher hätte das Brunnenbauen auf diese Tiefe acht Wochen gedauert – jetzt dauert es zwei Tage“, sagt Björn Brandt. Die Technik macht es möglich. „Das ist alles hydraulisch, wie ein Bagger.“

Die einzige Schwierigkeit sieht Björn Brandt in der engen Straßenlage. Darum kommt hier eine kleinere Pumpe zum Einsatz. Der Brunnenbauer sieht aber kein Problem und verspricht: „Bald hat die Feuerwehr hier Wasser.“

Etwas weniger enthusiastisch zeigt sich Schlagsdorfs Wehrführer Stefan Becker. „Ich habe die Sorge, dass unsere Stromaggregate nicht genug Leistung haben, um die Pumpen anzuwerfen“, berichtet er. Bei Brunnen dieser Tiefe können Leistungen von bis zu 20 KVA (Kilovoltampere) benötigt. Das auf dem Feuerwehrfahrzeug befindliche, tragbare Aggregat hat eine Leistung von zwölf KVA. Jetzt überlegt die Wehr, ein Aggregatanhänger mit entsprechender Leistung zu erwerben. „Grundsätzlich begrüßen die Wehren aber, dass Brunnen in den löschwasserarmen Gebieten gebohrt werden.

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