Wismar : Theater in der Anti-Gewaltwoche

Das Organisationsteam der Antigewaltwoche mit einem Bild von Frank Dornbrach: Gabie Schubring, Petra Steffan, Simone Jürss, Frank Dornbrach, Heidi Wollensak und Natascha Lamoela (v.l.).
Das Organisationsteam der Antigewaltwoche mit einem Bild von Frank Dornbrach: Gabie Schubring, Petra Steffan, Simone Jürss, Frank Dornbrach, Heidi Wollensak und Natascha Lamoela (v.l.).

Aufführung „Tabu“ soll die professionelle Unterhaltung und den Kunstgenuss mit sozialer Verantwortung verknüpfen

svz.de von
20. November 2015, 17:50 Uhr

„Reden wir über Gewalt an Mädchen und Frauen! Brechen Sie mit uns ein Tabu!“ ist das Theaterstück „Tabu“ überschrieben. Im Rahmen der Antigewaltwoche vom 20. bis zum 27. November wird das multimediale Stück von Schauspielerin Natascha Lamoela, Theaterpädagogin Christin Neichel und Konzeptdesigner Frank Dornbrach. Der erklärt: „TABU ist eine Konzeptidee von mir, in welcher verschiedene Kunstformen zusammenspielen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen: die professionelle Unterhaltung und der Kunstgenuss mit sozialer Verantwortung.“ Mit Theater und einer Fotoausstellung inklusive 3-D-Installation soll das „Tabu“ durchbrochen werden.

Heidi Wollensak vom „Zonta Club Wismar“ – die Zontafrauen sind „Schirmfrauen“ für die TABU-Veranstaltungen: „35 Prozent der Frauen weltweit sind von Gewalt betroffen.“ Vergewaltigung, Genitalverstümmelung, Menschenhandel, Zwangsprostitution, häusliche Gewalt. „Das sind Themen, auch in diesem Land“, so Heidi Wollensak.

Simone Jürss als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Gabie Schubring als ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte und Petra Steffan, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Wismar, wissen, die Themen sind „tabu“. Die drei Frauen gehören mit zum Organisationsteam der Antigewaltwoche. „Wir wollen aufrütteln. Auch in unserem Land, vor unserer Haustür, gibt es Zwangsprostitution und häusliche Gewalt beispielsweise“, so Heidi Wollensak. „Wenn einer zum Telefonhörer greift und die Schreie der Nachbarin meldet, haben wir etwas erreicht“, so Frank Dornbrach. „Den Betroffenen eine Stimme geben“, will Schauspielerin Natascha Lamoela.

Das Theaterstück wird fünfmal aufgeführt. Der gestrigen Aufführung folgen weitere am heutigen Sonnabend (18 Uhr) und am 23. November um 10 Uhr im Wismarer Rathauskeller, am 25. November um 10 Uhr im Gymnasium Neukloster und am 27. November um 18 Uhr im Klanghaus Ilow. Der Eintritt ist jeweils frei.

Am 25. November um 11.30 Uhr wird vor dem Rathaus Wismar die Flagge gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gehisst, um 18 Uhr in der Winterkirche von St. Nikolai eine Kerze für jede Frau und jedes Kind angezündet, die in diesem Jahr schon Schutz im Wismarer Frauenhaus suchen musste. „27 Frauen und 27 Kinder wurden bis Ende Oktober im Wismarer Frauenhaus betreut. Doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Unter der Telefonnummer 03841- 283627 sind die Mitarbeiterinnen im Frauenhaus im Notfall zu erreichen – 24 Stunden und rund um die Uhr.

Am 26. November findet der Aktionstag gegen „Homophobie“ im Wismarer Rathaus statt, ein Tag gegen Angst vor homosexuellen Menschen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen