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Pilotprojekt : Thandorf will auf Internetwelle surfen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gemeinde will Pilotprojekt für 147 Bewohner auf den Weg bringen

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 07:30 Uhr

Hamburg hat es, Köln hat es und Potsdam sowieso. Und bald vielleicht auch Thandorf? Die Rede ist vom kostenlosen, flächendeckenden W-Lan, also drahtlosem Internet für die Einwohner der Gemeinde.

„Wir wollen die Gemeinde selbst gestalten, statt sie nur zu verwalten. Das heißt, wir wollen nicht nur Dinge abarbeiten, wie sie kommen“, schildert Bürgermeister Wolfgang Reetz. Er will langfristig und vorausschauend denken. Seit längerem reife die Idee nach einem flächendeckenden kostenlosen Internetzugang für die 147 Seelen-Gemeinde: „Unser Motto ist: Dorf für Kinder und Familien und da leiten sich viele Dinge ab. Zwei Mal im Monat werde ich nach schnellerem Internet gefragt.“

Laut der Wemag Netz GmbH hätte Thandorf bisher eine 16 000er-Leitung, was einer Datenrate von maximal 16 Mbit die Sekunde im Download entspricht. Die 50 000er-Leitung, die Reetz vorschwebt, wäre mit 50 Mbit die Sekunde deutlich schneller. „Aus meiner Sicht gehört das freie Internet mit 50 Mbit heute zur Daseinsvorsorge“, meint Reetz. Immer und überall online sein, und das kostenlos – das sei es, was viel junge Menschen wollen.

Thandorf wäre mit diesem Angebot im Landkreis Nordwestmecklenburg ein Vorreiter. Doch viele Fragen bleiben noch offen. Die nach der Finanzierung und den Instandhaltungskosten zum Beispiel. Die Gemeindevertretung hofft auf Partner, die das Dorf bei ihrem Vorhaben unterstützen. Eine andere Frage ist, wie eine flächendeckende, störungsfreie W-Lan-Versorgung aussehen könnte. „Es müssten im Ort mehrere neue Antennen, so genannte Repeater, aufgestellt werden. Die sind jedoch kleiner als eine Satellitenschüssel und würden nicht stören.“ Doch das ist noch Zukunftsmusik oder besser Zukunftscomputersurren. Reetz hofft, das Pilotprojekt innerhalb der nächsten vier Jahre auf die Beine zu stellen. Am Wochenende wollen die Gemeindevertreter über die Möglichkeiten während einer Perspektivtagung beratschlagen.

Ein weiteres Thema wird die Wunschliste der Einwohner sein. Ende vergangen Jahres konnten Bürger Ideen für eine bessere Gemeinde einreichen. Bisher wurden neue Bänke aufgebaut und Beutelbehälter für Hundekot bereit gestellt. „Wir haben von 70 Bürgern Wunschzettel erhalten. Vieles haben wir aufgegriffen. Aber alles können wir nicht verwirklichen.“ Offen sei beispielsweise noch eine Beleuchtung für die Fußgängerzone oder die Absenkung von Bürgersteigen. Reetz weiß: „Das wird ein langer Tag. Wir schließen uns ein und diskutieren. Pausen gibt es nicht.“

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