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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

15. Dezember 2017 | 17:11 Uhr

Thandorf : Thandorf setzt auf Straßennamen-Reform

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einwohner können am Montag ihre Meinung zum vorliegenden Entwurf sagen.

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 00:00 Uhr

In Thandorf kommt eine geplante Straßennamen-Reform voran. Konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch und Einwohner können sich dazu äußern. Wer auf extravagante Straßennamen hofft, wird allerdings enttäuscht, verdeutlicht Bürgermeister Wolfgang Reetz im Interview mit SVZ-Redakteur Michael Schmidt.

Herr Reetz, wann wird es die Nandu- oder Bürgermeister-Reetz-Straße in Thandorf geben?
Wolfgang Reetz: Beides wird es sicherlich nicht geben. Denn die Nandu-Straße können wir nicht für uns alleine in Anspruch nehmen. Den zweiten Gedanken sehe ich mal als netten Scherz, grundsätzlich gilt überdies, dass keine Namen von Personen in den neuen Straßennamen vorkommen. Es gibt in anderen Kommunen schon genügend Diskussionen um den Hindenburg-Platz oder die Kaiser-Wilhelm-Allee. Hinter jedem Namen steckt nämlich eine Persönlichkeit, mit guten, aber eben auch mit weniger guten Eigenschaften.
Warum ist die Neubenennung der Straßennamen so wichtig für Thandorf?
Also dies beruht auf eine Wunschzettel-Aktion unserer Gemeinde. Dabei wurde u. a. von unseren Bürgern angeregt, neue Hausnummerierungen vorzunehmen. Denn die Hausnummern waren unlogisch vergeben worden, fast so, als ob sie jemand vom Himmel geworfen hätte.
Als wir uns dann in der Gemeindevertretung in der jährlichen Perspektivtagung damit befassten, wurde sehr schnell klar, dass wir auch an die Straßennamen heran müssen und wollen. Denn einige Grundstücke sind zum Beispiel von Straßen derart weit entfernt, dass man sie nicht klar zuordnen kann. Außerdem kam es vor, dass aufgrund der jetzigen Hausnummerierung ein Rettungswagen minutenlang ein Grundstück vergeblich gesucht hatte.
Es gibt aber auch noch einen anderen Grund für die Änderung: Wenn es in einigen Jahren doch zu verordneten Gemeinde-Zusammenschlüssen kommen sollte, möchten wir uns keine Straßennamen von stärkeren Partnern aufzwingen lassen. Wir wollen diese vorher selber wählen.
Was kommt auf die Einwohner Thandorfs zu?
Jeder muss nach der Straßennamen-Reform seine Versicherungen anschreiben und seinen Ausweis ändern lassen. Auch Online-Dienste sollten nicht vergessen werden, da sie über neue Lieferadressen informiert werden müssen. Uns ist natürlich klar, dass dies alles mit einem gewissen Aufwand für die Bürger verbunden ist. Letztlich sollten aber nur Portokosten anfallen. Denn das Amt Rehna wird die Ausweise kostenfrei ändern.
Wie fiel die Reaktion der Bürger auf die geplante Straßennamen-Reform bislang aus?
Über das geringe Interesse und die geringe Beteiligung war ich erstaunt. Nur drei bis vier engagierte Leute haben sich konkret bei der Suche nach neuen Namen eingebracht. Aber: Jetzt liegt ein guter Entwurf auf dem Tisch, der vieles berücksichtigt, was an uns herangetragen wurde. Aus 20 vorgeschlagenen Namen wurden acht.
Gab es kuriose Vorschläge?
Ja, so sollte es nur noch einen Straßennamen in Thandorf geben, was aus meiner Sicht völlig unpraktikabel ist. Es gab allerdings keine Vorschläge, die weltfremd sind. Einen „Alien-Weg“ oder eine „Milchstraße“ wird es also in Thandorf nicht geben.
Am Montag, 16. Februar planen Sie dazu von 17 bis 19 Uhr eine Bürgersprechstunde. Können noch Namensvorschläge eingereicht werden?
Da wir immer gesagt haben, das Motto in Thandorf soll gestalten statt verwalten lauten, ist dies möglich. Jeder soll nochmals die Möglichkeit haben, sich zu dem Entwurf zu äußern. Und ich schließe nicht aus, dass jemand eine zündende Idee für die Neubenennung der Dorfstraße hat. Nach dem jetzigen Stand soll sie in Dorfallee umgewandelt werden, vielleicht gibt es einen noch besseren Vorschlag, den von uns bislang niemand auf dem Zettel hat. Ansprechpartner für Namensvorschläge ist übrigens Gemeindevertreter Rainer Ginnuth, der das ganze Projekt mit enorm viel Engagement geleitet hat.
Wann soll die Straßennamen-Reform greifen?
Entschieden wird sie am 16. März, ich würde sie gerne dann im Sommer umsetzen. Aber es gibt berechtigte Hinweise von Unternehmern, dies ein wenig später zu tun. Denn sie benötigen neue Briefbögen, neue Visitenkarten und vieles mehr. Auf jeden Fall soll die Straßenneubenennung in diesem Jahr kommen. Für mich wäre der 1. Oktober der späteste Zeitpunkt, lieber würde mir der 1. Juni sein. Aber das wird sich zeigen.
Wie hoch werden die Kosten für die Gemeinde Thandorf sein?
Ich rechne mit überschaubaren Ausgaben im unteren vierstelligen Bereich.

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