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Funkstille in Botelsdorf : Telefonieren kann hier keiner mehr

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Seit einer Woche ist der Ort wegen eines Sturmschadens vom Telefonnetz abgehängt

svz.de von
erstellt am 04.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Drei Straßen, gut 100 Einwohner, ganz viel Grün und so richtig schön ab vom Schuss. Idylle pur. Wer seine Ruhe sucht, ist in Botelsdorf genau richtig. Kein lästiger Verkehrslärm, auch Handys klingeln hier wegen fehlender Netzabdeckung so gut wie nie. Und seit nunmehr einer Woche schweigt auch das gute alte Festnetztelefon. Eine Spätfolge des Sturmtiefs „Herwart“.

„Unser ganzes Dorf ist abgehängt. Während des Sturmes am vergangenen Wochenende sind Bäume auf die Telefonleitung gestürzt und haben die kaputt gemacht“, sagt Ilse Grewe. Die 74-Jährige hatte sich eigens auf den Weg nach Gadebusch gemacht, um dies der SVZ zu berichten. Ein Fall für die Rubrik „Der heiße Draht“. Der blieb logischerweise allerdings eiskalt. Nix Telefon, nix heißer Draht.

Ein Ausflug ins Botelsdorfer Wäldchen bringt Gewissheit und zeigt das ganze Ausmaß der Zerstörungswut der Herbststurmes. Zig Bäume wurden entwurzelt oder wie Streichhölzer weggeknickt. Am Straßenrand Spuren der Aufräumarbeiten durch die Freiwillige Feuerwehr.

Gleich zwei große Kiefern sind in der Sturmnacht auf die einzige nach Botelsdorf führende Telefonleitung gekracht, ein Telefonmast ist sogar weggebrochen. Dem Druck hielt die Leitung offensichtlich nicht stand, am Eingang des Wäldchens hat sie sich in gut fünf Metern Höhe aus dem Verteilerkasten eines Telegrafenmastes gerissen. Und nur einen Mast weiter baumelt das andere Ende des daumendicken Telefonkabels kurz über dem Erdboden. Klar, dass Telefonate nach und aus Botelsdorf da ins Leere gehen.

„Das ist schon blöd. Wir wissen ja gar nicht, wohin wir uns beispielsweise bei einem Notfall wenden können“, klagt Ilse Grewe. Der Bürgermeister von Veelböken, zu der Botelsdorf gehört, weiß um die Problematik. „Als ich dort am Mittwoch langfuhr, habe ich die defekte Leitung gesehen. Ich frage mich, warum die Deutsche Telekom so lange braucht, um das zu beheben“, so Steffen Timm.

Die erfuhr aber erst gestern durch eine Information der SVZ von dem Schadensfall. Doch nun will sich der Telekommunikations-Riese umgehend darum kümmern. Frank Leibiger von der Deutsche Telekom AG erklärt: „Die Reparatur ist für den kommenden Montag geplant. Wichtig für unsere Netztechniker war, dass die Gemeinde die umgestürzten Bäume sicher zur Seite geschafft hat, damit sie ungefährdet arbeiten können.“

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